Im September geht's wieder los!

Ab 6. September beginnt wieder die Schule.

Nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, auch für viele Omas und Opas gehen die Ferien zu Ende.

Vielen von uns kommen mit dem nahenden Schulbeginn auch Gedanken und Erinnerungen an die eigene Schulzeit. Die natürlich nicht mehr mit der heutigen vergleichbar ist.

ERNST DES LEBENS
Früher hieß es bei Schuleintritt oft, dass "der Ernst des Lebens beginnt“. Heute geht es darum, dass Lernen Freude machen soll, Bildungsinhalte begeistern und motivieren sollen. Vielfach betrifft der Schulstart auch die Großeltern in verschiedenster Art und Weise: beim Kauf der Schultasche oder Füllfeder, durch das Hinbringen zur bzw. Abholen von der Schule, durch das gemeinsame Mittagessen, die Nachmittagsbetreuung mit oder ohne Hausaufgabemachen usw.

GUTER START
Damit der Start ins neue Schuljahr, eventuell sogar als Taferlklassler, optimal gelingt, einige Tipps dazu:
Schultasche: Das Angebot ist nahezu unüberschaubar, schon allein wegen der abgebildeten Motive und Farben. Doch im Vordergrund sollen auch die Sicherheit und Gesundheit stehen. Achten Sie darauf, dass ausreichend Reflektoren, die das Licht zurückwerfen, angebracht sind. Damit wird das Kind bei schlechter Sicht erkannt. Breite Gurte, gepolsterter Rückenteil, leichtes Gewicht und ergonomische Form erhöhen den Tragekomfort.

SCHULWEG ÜBEN
Ganz wichtig ist, den sichersten Weg zur Schule zu finden. Zu viele Gefahren lauern im Straßenverkehr. Vor allem mit Schulanfängern soll der Weg mehrmals geübt werden. Eltern und Großeltern sind Vorbilder! Straßenquerungen nur auf Fußgängerübergängen bzw. mit genauem Links-rechts-Schauen, nur bei Grün gehen! Wenn der Schulweg mit Bus, Bahn, Straßenbahn, U-Bahn, Fahrrad etc. zurückgelegt wird, ebenfalls mehrmals probieren, alles erklären, alle Hinweise geben. Übrigens: Der kürzeste Schulweg muss nicht zwangsläufig der sicherste sein. Lieber zwei Minuten länger, aber dafür eine gefährliche Kreuzung weniger, sollte die Devise sein.

AUSREICHEND FREIZEIT
Nach einem anstrengenden Schulvormittag mit Aufmerksamkeit, Konzentration und langem Sitzen ist zunächst Pause angesagt. Wenn das Mittagessen zu Hause eingenommen wird, bitte auf gesunde und ausgewogene Ernährung achten (mehr dazu in der nächsten Ausgabe). Nach einem abwechslungsreichen Spiel, wenn geht mit viel Bewegung, haben alle wieder ausreichend Energie, die Hausaufgabe zu machen oder zu lernen. Bei den Kleinsten Druck auszuüben, führt meist zum Gegenteil. Unterstützen, fördern und motivieren Sie den Nachwuchs. Gerade Opa und Oma nehmen sich noch Zeit und zeigen und erklären Dinge auf höchst faszinierende Art und Weise. Lauschende Ohren und leuchtende Augen bezeugen dies.


ELTERNVERTRETER DR. GERALD NETZL IM GESPRÄCH

Seniorkom.at: Was machen die Elternvereine bzw. der Dachverband genau?
Netzl: Die Elternvereine vertreten – seit mittlerweile 50 Jahren – die Interessen der Eltern an der Schule. Sie sind Teil der Schulgemeinschaft. Der Dachverband vertritt die Interessen der Erziehungsberechtigten im Bildungsministerium, bei Schulgesetzen, bei allen schul- und bildungspolitischen Themen.

Seniorkom.at: Wie sieht es mit Omas und Opas in Elternvereinen aus?
Netzl: Oft schaffen es die Eltern aus den verschiedensten Gründen nicht, sich im Elternverein der Schule zu engagieren. Dann freuen wir uns umso mehr, wenn dies die Großeltern tun, sie sind herzlich willkommen. Wir profitieren von der Lebenserfahrung der älteren Menschen.

Seniorkom.at: Auch im Sinne eines Miteinander von Jung und Alt.
Netzl: Genau. Der Generationendialog ist uns sehr wichtig. Die Generationen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Und es geht auch um Verteilungsgerechtigkeit.

Seniorkom.at: Ihre bildungspolitischen Schwerpunkte?
Netzl: Das österreichische Schulsystem muss gerechter werden, auch in dem Sinn, dass Kinder aus Arbeiterfamilien oder zugezogene Schulkinder gleiche Bildungschancen haben wie Kinder aus der Akademiker- oder Unternehmerschicht

Dr. Gerald Netzl ist Vorsitzender des überparteilichen Dachverbandes der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen (1,2 Mio. PflichtschülerInnen).

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