Kostenlose Kranken- und Pensionsversicherung für Pflegende

Symbolbild Pflege

Die Sozialversicherungsexpertinnen der Arbeiterkammer Salzburg haben einer Frau, die die letzten Jahre vor ihrer Pension ihre Mutter pflegte, zu einer höheren Alterspension verholfen. "Dahinter steht, dass viele nicht wissen, dass sie sich kostenlos Kranken- und Pensionsversichern können, wenn sie nahe Angehörige pflegen und deswegen kein Dienstverhältnis mehr haben“, sagt die AK.

Frau S. war 30 Jahre lang als Verkäuferin tätig, als ihre Mutter schwer erkrankte. Um diese zu betreuen, reduzierte sie zuerst ihre Arbeit auf Teilzeit und dann, als ihre Mutter eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung brauchte, kündigte sie ihr Arbeitsverhältnis. Ihr Antrag auf Arbeitslosengeld wurde vom AMS abgelehnt, weil sie wegen der Pflege ihrer Mutter nicht vermittelbar ist. "Was die Frau nicht bedacht hatte war, dass sie in dieser Situation keinen Versicherungsschutz hatte. Das merkte sie erst, als sie zum Zahnarzt musste.

Die Frau suchte – und fand - Rat in der AK, die ihr auch zu einer höheren Alterspension verhalf. "Viele pflegende Angehörige, die keiner Erwerbsarbeit nachgehen, wissen nicht, dass sie sich kostenlos Kranken- und Pensionsversichern können“, Das ist seit 1.8.2009 möglich, wenn die zu pflegende angehörige Person mindestens in der Pflegestufe 3 ist. Allerdings beginnen die Versicherungen nicht automatisch zu laufen, sondern müssen bei der Gebietskrankenkasse und der Pensionsversicherung beantragt werden. Die Kosten trägt der Bund. Die kostenlose Weiterversicherung bei der PVA brachte der Frau für die drei Jahre, in denen sie ihre Mutter pflegte, eine Gutschrift von 1.150 Euro auf ihrem Pensionskonto.

Weiterempfehlen Drucken Quelle: ak/hma

1 Kommentar(e)

bachgasse schrieb vor 564 Tag(en) 4 Stunde(n) 59 Minute(n)

pflegeversicherung

Hinter diesen dürren Worten, in Amtsdeutsch abgefasst, verbirgt sich ja mehr! Gerechterweise muß es ja eine Belohnung für jene Menschen geben, die vielleicht sogar sich selbstlos für andere Leute, oft Familienangehörige, aufopfern, um diesen ein erträgliches Leben zu ermöglichen. Selbstlos oft in dem Sinne, da sie keine Rückendeckung in Form einer Versicherung haben und das fällt diesen Pflegern dann in den Rücken. Und hier gbt es eine Lücke, weil sehr oft junge Leute aus dem Osten hier in die Bresche springen, die sich mit ihren bescheideneren Ansprüchen auch selber ein besseres Leben finanzieren können weitab von jeder Versicherung, die sie ja in unserem Sinne gar nicht kennen und erst später darauf zurück kommen werden. Aber das ist ein anderes Kapitel.

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