Wo ist Elfriede Ott?

Elfriede Ott mit dem Regisseur Andreas Prochaska

Was haben die Pension einer toten Oma, eine Biskottentorte, zwei Antihelden, ein Bühnenunfall und eine krisengebeutelte Krankenschwester gemeinsam? Sie alle sind Teil der "unabsichtlichen Entführung der Frau Elfriede Ott“!

Sie lesen richtig: Die große Volksschauspielerin und Bühnenlegende Elfriede Ott wurde entführt. Doch keine Sorge, hier liegt kein wirkliches Verbrechen vor. Vielmehr sind wir schon mitten in der Geschichte einer turbulenten Komödie, die ab 1. Oktober österreichweit für einige Lachstürme in den Kinos sorgen wird: "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott“.

"DAS LEBEN IS A HUND …“
Horst Wippel (Andreas Kiendl) hatte es nicht immer leicht im Leben. Das ehemalige Schlüsselkind war nach dem Tod der Eltern, die bei einem Autounfall verunglückten, froh, dass es seine Oma hatte. So zog er vorübergehend zu ihr, bis diese schwerkrank wurde. Horst war für sie da – bis zum Schluss. Auch die Oma "ging“.
Und Horst verliert ein bisserl den Boden unter den Füßen. Das Studium stagniert, das Leben plätschert dahin und mit der Freundin läuft’s auch nicht so gut. Lieber denkt er in bewusstseinserweiternden Momenten auf Omas alter Couch über den Sinn des Lebens nach. Und das kann ja bekanntlich manchmal wirklich "a Hund sein“.

ECHTE "HABERER“
Gut, dass es Toni (Michael Ostrowski) gibt. Ein richtiger "Haberer“, daher leben beide in ihrer Männer-WG. Der "uneheliche“ Toni ist nach dem Tod des Vaters Geschäftsführer der Foxtrott-Disco geworden. Genauer: Eigentlich kellnerierte er dreimal in der Woche.
Dann wurde er freischaffender Unternehmer und machte einmal drei Monate lang eine Umschulung. Inzwischen hat er sich mit seiner weißen Stretchlimo selbstständig gemacht. Der Stretch-Limousinen-Service begeistert auch Horst. Toni ist immer gut drauf, hat kaum Sorgen und irgendwie immer ein bisschen Glück – auch bei den Frauen. Sagt er und bezeichnet sich als "Frauenflüsterer“.

EINE OMA "AUSBORGEN“?
Außerdem hat Toni immer so viele gute Ideen. Auch wenn diese dann in ihrer Umsetzung nicht mehr gut sind. Aber Horst hat sich da in etwas hineingeritten. Er kassiert seit zwei Jahren die Pension der verstorbenen Oma, um sich das Leben ein bisserl zu erleichtern. Das war ja eben bisher nicht gerade gerecht zu ihm, wie wir schon wissen. Nur dumm, dass jetzt einer der lokalen Politiker der Oma zum Geburtstag gratulieren möchte. Aber auf Freund Toni ist Verlass. Denn der "borgt“ sich kurzentschlossen eine alte Dame aus dem Krankenhaus aus, die als "Ersatz-Oma“ herhalten soll.

JESSAS, DES IS JA DIE OTT!
Alles kein Problem, wenn Toni nicht gerade dabei unbeabsichtigt niemand Geringeren als Elfriede Ott (sie selbst) erwischt hätte. Die im Film immer mehr und mehr aus dem narkotisch-sedierten Schlaf zu Leben erwacht und zu Höchstform aufläuft – daran sind übrigens auch Biskottentorten nicht ganz unschuldig.
Nun kommt auch der verzweifelte Gebrauchtwagen- händler Gerry (Gerhard Liebermann) ins Spiel, der mit seiner von den Männern enttäuschten Freundin Vroni (Angelika Niedetzky), einer ehemaligen "Miss Gleisdorf“ und Krankenschwester, auch schon bessere Zeiten erlebt hat. Der will die Ott wiederfinden, um eigentlich Vronis Liebe zu kriegen. Und ganz nebenher Frau Otts Sparbuch, denn Vroni ist Verwöhnen gewöhnt. Und ab jetzt nimmt ein irrwitziges Chaos seinen Lauf …

TIEFSCHWARZER HUMOR
Regisseur Andreas Prochaska ist mit "Die unglaubliche Entführung der Frau Elfriede¬ Ott“ ein mitreißender und großartiger Film rund um die große Schauspielerin gelungen. Schräg und herrlich komisch, gleichsam als würden die Marx Brothers auf Hans Moser und Maxi Böhm treffen und in der Stretch-Limousine von Toni nach Las Vegas fahren. Und das im Jahr 2010. Ohne dabei an menschlicher Tiefe zu verlieren. Die dargestellten Charaktere wirken authentisch – auch mit ihren Problemen.
Begeistert zeigte sich der gesamte Filmstab auch von der Zusammenarbeit mit Elfriede Ott. Regisseur Prochaska: "Sie ist ein besonderer Mensch. Wenn du mit jemandem zu tun hast, der über 60 Jahre Theater spielt und einfach eine Legende ist, das ist schon was sehr ¬Eigenes. Sie ist ein Vollprofi und unheimlich witzig. Und wann hat man schon die Gelegenheit, mit einer Ikone zu arbeiten, die sich auch selbst spielt und damit dem Film eine ganz eigene Realität verleiht?“

LASSEN SIE SICH ENTFÜHREN
Die Komödie ist eine gute Gelegenheit, wieder einmal mit dem Enkerl ins Kino zu kommen. Denn zum Start am 1. Oktober gibt es eine Aktion, die witzig wie der Film selbst ist. Unter dem Motto "Borg dir eine Oma“ können sich Omas ins Kino "entführen“ lassen und erhalten gemeinsam mit ihrem "Entführer“ eine ermäßigte Kinokarte!

: OTT IM O-TON
Im Juni feierte Elfriede Ott ihren 85. Geburtstag, im August stand sie auf der Bühne bei den Maria Enzersdorfer Festspielen. Ab 4. November ist sie in "Eh wurscht“ in der Josefstadt zu sehen.

Wenn man einem Film den Namen gibt. "Ja, ich kann’s auch gar nicht fassen (lacht). Jedem, der mich fragt: ,Wie heißt denn der Film?‘, hab ich Hemmungen, es zu sagen.

Sich selbst spielen. "Ja und nein, nicht ganz. Ich werde verwendet für Situationen, eigentlich bin ich ein Objekt in diesem Film (lacht). Es ist ein schmaler Grat, auf dem ich wandeln muss.

Filmluft schnuppern. "Es ist eine andere Welt für mich. Ich mein, ich hab ja immer viel Fernsehen gemacht und große Fernsehstücke, aber der Film ist doch was anderes. Die ganze Atmosphäre! Man hat wirklich das Gefühl, da ist jetzt eine große Gruppe von Menschen, die alle zusammengehören.“

Nicht nur krampfhaft lustig sein wollen. "Es ist so wie in den meisten Stücken, über die man besonders lacht: dass es eigentlich immer dramatisch dahinter aussieht.“


ZUM FILM
Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott
Österreich 2010/Dor Film
Regie: Andreas Prochaska
Mit Elfriede Ott (sie selbst), Andreas Kiendl (Horst Wippel), Michael Ostrowski (Toni Cantussi), Gerhard Liebmann (Gerry Dirschl), Angelika Niedetzky (Veronika Polster), Thomas Mraz (Reinhard-Meinhard-Ott) u. v. m.
Ab 1. Oktober im Kino. www.ott-derfilm.at

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8 Kommentar(e)

editta schrieb vor 535 Tag(en) 4 Stunde(n) 15 Minute(n)

Elfriede OTT

Das ist sicher ein MUSS-Film!

Streber schrieb vor 535 Tag(en) 2 Stunde(n) 25 Minute(n)

obs wirklich der Knaller wird,

.. nur weil die OTT mitspielt?
ich wünsche es ihr.
Aber es gab schon viele solche Filme, die dann in die Hose gingen!
Ich wünsche der E. Ott trotzdem im nachhinein alles Gute zum GB, sie ist auf der Bühne ein Star!

mehr sag i net dazua

bachgasse schrieb vor 534 Tag(en) 9 Stunde(n) 40 Minute(n)

Die Ott?

Jo nua ned aus de Augn valian!!

editta schrieb vor 534 Tag(en) 5 Stunde(n) 48 Minute(n)

Streber

Du wünscht der Ott alles Gute zum Gästebuch? Ist sie im SK?

Streber schrieb vor 534 Tag(en) 4 Stunde(n) 48 Minute(n)

@editta

GB=Geburtstag

barbie schrieb vor 532 Tag(en) 20 Stunde(n) 47 Minute(n)

die ott

mag ich nicht.

lama schrieb vor 494 Tag(en) 19 Stunde(n) 17 Minute(n)

Geschmacksache

Habe heute den Film gesehen, eben Geschmacksache, so wie empfohlen, ich würde
meine Enkelkinder nicht mitnehmen.

bachgasse schrieb vor 493 Tag(en) 1 Stunde(n) 52 Minute(n)

ott-film

Wahrscheinlich kein Märchenfilm für Kinder, aber sicher ein schönes Dabeisein, für die, welche sonst nie ins Theater kommen! Viel Spaß damit, diese Unverwüstliche wieder einmal zu sehen!

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