Krebstherapien könnten Krebs hervorrufen

Krebstherapien könnten Auslöser für weitere Krebserkrankungen sein. Zu diesem Schluss kommen Forscher des Biozentrums an der Medizinischen Universität Innsbruck. Ursache dafür könnte "überforderte" Stammzellen sein. Bei rund 15 Prozent der Krebs-Neuerkrankungen handelte es sich mittlerweile um neue Tumortypen, die bei Krebsüberlebenden auftreten. Der durch manche Therapien aktivierte programmierte Zelltod mittels stimulierten, körpereigenen Funktionen könnte für die neuerliche Entstehung von Krebserkrankungen verantwortlich sein, erklärte Andreas Villunger, Leiter der Sektion für Entwicklungsimmunologie.
Mit den Ergebnissen des vom Österreichischen Wissenschaftsfonds geförderten Sonderforschungsprogramms könnte somit erklärt werden, warum beispielsweise nach einer Leukämie gesundete Kinder oft 20 oder 30 Jahre später andere Krebserkrankungen entwickeln. Ursache dafür könnte eine Überarbeitung der Stammzellen des Knochenmarks sein. Normalerweise verursache die verwendete Strahlung so viel Schaden an der DNA, dass der "natürliche Schutzmechanismus" aktiviert wird. Allerdings bedeutet dies auch, dass in Folge rund 90 Prozent der betroffenen Blut- und Stammzellen absterben. Die überlebenden Stammzellen müssten zum einen den entstandenen DNA-Schaden beheben, zum anderen aber auch abgestorbenen Blutzellen erneuern. "Diese Doppelaufgabe setzt die Stammzellen unter großen Druck bei der Zellteilung, was erneut Zellschäden hervorrufen kann", erklärt Villunger. Den Stammzellen, bei denen der "Schutzmechanismus“ ausgeschaltet worden war, sei dieser Druck hingegen erspart geblieben.
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Quelle: med ibk














