Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!

Stürze in der eigenen Wohnung gehören zu den häufigsten Unfällen bei älteren Menschen. Ein Großteil davon könnte durch das Erkennen von Unfallgefahren und geeignete Maßnahmen dagegen verhindert werden.
Stürze sind die "stille Epidemie“ älterer
Menschen
Innerhalb der eigenen vier Wände besteht ein größeres
Gefahrenpotenzial als z. B. im Straßenverkehr. An den Folgen
von Haushaltsunfällen sterben jedes Jahr mehr Menschen als bei
Autounfällen. Die Zahlen sprechen für sich:
■ Jedes Jahr erleiden rund 100.000 ÖsterreicherInnen, die
über 60 Jahre alt sind, so schwere Verletzungen, dass sie sich
einer Spitalsbehandlung unterziehen müssen.
■ Mehr als 75 Prozent der Unfälle im Bereich Heim und
Freizeit sind Stürze.
■ Jeder zweite tödliche Unfall von SeniorInnen ist ein
Sturzunfall.
"Passiert eh nur den anderen“
Ein Großteil der Sturzunfälle älterer Menschen wäre zu verhindern,
viele Schmerzen und viel Leid könnte man sich ersparen! Eine Studie
hat erwiesen, dass Aufklärung besonders notwendig ist, aber nicht
alle dafür empfänglich sind. "Die Frau Huber, sie ist furchtbar
gestürzt und hat sich dabei einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen,
aber das passiert mir eh nicht“, ist oft zu hören. Aber
gerade das persönliche Bewusstsein, das Aufspüren der Stolperfallen
in den eigenen vier Wänden, ist der Schlüssel zum Erfolg, sprich:
dass es gar nicht zu einem Sturz kommt.
Ihr Tischler macht’s sicher
Haben Sie eigentlich schon einmal bewusst wahrgenommen, wie viele
Hürden es in Ihrer Wohnung bzw. Ihrem Haus gibt: Stiegen,
Türstaffeln, Winkel etc. Oftmals bemerkt man die Barrieren in den
eigenen vier Wänden erst dann, wenn es eben zu einem Sturz gekommen
ist. Aber auch wenn man plötzlich in seiner Bewegungsfreiheit
eingeschränkt oder verletzt ist und es daher beschwerlich wird,
z. B. in die Schlafräume im ersten Stock zu gelangen,
beginnt man sich Gedanken über eine barrierefreie Gestaltung der
eigenen vier Wände zu machen. Die Tischlerinnung und zahlreiche
Tischlereibetriebe bieten jetzt in ganz Österreich
Gratisberatungen zum Thema "Barrierefreies Wohnen“ an.
Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter Tel.: 05/90 900 32
34 bzw. im Internet unter www.tischler.at.
Sturzfallen erkennen und vermeiden
Oft muss aber gar nicht der Tischler her, es reichen auch
Kleinigkeiten, die fast nichts kosten, aber zu mehr Sicherheit im
Haushalt beitragen: Liegen die Teppiche flach und fixiert auf dem
Boden? Liegen die Kabel nicht lose herum? Gibt’s ein Licht
mit Bewegungssensor fürs Aufstehen in der Nacht? Wie sieht es mit
den Türschwellen aus? Sind die Hausschuhe mit rutschhemmender Sohle
versehen? Ist ein Telefon oder ein Notrufschalter immer
erreichbar? …
Ausrutscher in Bad und WC
Besonderes Augenmerk sollte auf die barrierefreie Gestaltung des
Badezimmers und der Toilette gelenkt werden. Glatte Fliesen, Wasser
am Boden und Niveauunterschiede sind nicht nur für ältere Menschen
ein gefährlicher Mix. Stürze beim beschwerlichen Einsteigen in die
oder Aussteigen aus der Badewanne können schlimm enden.
Haltegriffe, höhere WC-Sitze, absenkbare Badewannensitze oder
Badewannen mit "Türen“ erleichtern die tägliche
Körperpflege.
Verschieben Sie die "Entschärfung“ von Unfallgefahren daheim
nicht auf später. Warten Sie nicht, bis etwas passiert, sondern
sorgen Sie rechtzeitig für ein barrierefreies Zuhause.
Häufigste Risiken
■ Türschwellen
■ schadhafte Bodenbeläge
■ mangelhafte Beleuchtung
■ Badezimmer und Toiletten ohne Haltegriffe
■ nasse/rutschige Fliesen im Bad
■ Teppiche ohne rutschhemmende Unterlage
■ fehlende Handläufe bei Treppen
Kostenloser Ratgeber
Umfangreiche und praktische Informationen bietet die kostenlos zu
beziehende Broschüre des Sozialministeriums. Anhand einer
Kontrollliste können Gefahrenquellen erkannt und sollten
ausgeschaltet werden. Umsetzbare Beispiele zeigen, wie mit
einfachen und kostengünstigen Veränderungen Unfälle daheim
vermieden werden können. Kostenlos erhältlich beim
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Tel.:
0800/20 20 74 und unter www.bmsk.gv.at
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Quelle: Guide 50 plus/spu













