SICHER IST SICHER

Vorsicht, nicht verlieren! Sicherheit bieten Schlüssel mit gesperrten Profilen, die nicht jeder x-Beliebige ohne Genehmigung der Hausverwaltung nachmachen lassen darf.

24.04.2006

Wer viel Geld und Arbeit in sein Heim investiert hat, sollte es schützen: Sicherheitstechnik von der einbruchhemmenden Tür bis zur intelligenten Hausalarmanlage schiebt Langfingern zuverlässig einen Riegel vor.

Der Statistik zufolge wird hierzulande rund 14.000 Mal im Jahr eingebrochen. Und laut dem Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst machen es die Österreicher und Österreicherinnen Einbrechern auch nicht unbedingt schwer, sich an ihrem ­Eigentum zu vergreifen: Viele lassen einfach hinter sich die Tür ins Schloss fallen, wenn sie weggehen, und sperren das Türschloss nicht ordnungs­gemäß ab. Von der mangelhaften Siche­rung von Haus und Wohnung ganz zu schweigen: Ein geschickter Einbrecher braucht nur 15 Sekunden, um eine durchschnittliche Haustür zu knacken. Und anders als im abend­li­chen TV-Krimi schreitet er dabei auch nicht mit schwerem Einbruchswerkzeug zur Tat: Mit einer gewöhn­lichen Zange kann beispielsweise ein Zylinder, der aus dem Beschlag – also der Metallplatte, die das Schloss umgibt – herausragt, im Handumdrehen herausgezogen werden. Sind die Beschläge von außen mit Schrauben befestigt, reicht gar ein einfacher Schrauben­zieher. Standardtüren, die in der Regel aus einer Holz- oder Kunststofffüllung bestehen, die von hauchdünnen Hartfaserplatten überzogen ist, können leicht mit einem Hammer eingeschlagen werden. Schon einfache Mittel, wie ein aufbohrgeschütztes Schloss oder eine Sicherheitstür der Klasse 2 (siehe Kasten), würden reichen, um einen Großteil der Einbrüche zu vereiteln: Denn ein durchschnittlicher Lang­finger macht sich nämlich nur rund zweieinhalb Minuten an einer Tür zu schaffen und gibt, wenn sie standhält, auf, um nicht Gefahr zu laufen, entdeckt zu werden.

Während Besitzer oder Mieter ­einer Etagenwohnung das Thema Sicherheit mit der entsprechenden Tür und Zarge abhaken dürfen, müssen sich Haus­besitzer und Bewohner einer Erd­geschosswohnung auch über die ­Sicherung der Fenster im Keller und im Erdgeschoss sowie der Glastüren an Balkonen und Terrassen Gedanken machen. Eine Alternative zu den wohl zweckmäßigen, aber unattraktiven Fenster- und Schiebegittertüren sind einbruchsichere Rollläden, versperrbare Fenstergriffe und sogar einbruchhemmende Folien, die das Einschlagen der Scheibe verhindern. Auf diese Weise ausgerüstete Terrassentüren und Fenster sind allerdings mindestens fünfzig Prozent teurer als Standardausführungen. Wenn mehrere ebenerdige "Eintrittspforten“ für Einbrecher vorhanden sind, kommt in vielen Fällen eine Alarmanlage günstiger. Um zuverlässig Schutz zu bieten und häufigen Fehlalarmen durch falschen Einbau vorzubeugen, sollten Sie dafür einen konzessionierten Betrieb beauftragen, der sich an die ­Richtlinien des Verbandes der Sicherheitsunternehmen Österreichs (Link siehe ­rechte Seite) hält.

Das Thema Sicherheit wird auch im so genannten intelligenten Haus ganz groß geschrieben. Denn abgesehen von ganz neuen Technologien, wie ­etwa dem schlüsselfreien Türschloss, das den Bewohner durch Scannen des Fingerabdrucks einlässt, kann im vernetzten Haus die zentrale Steuerungsanlage auch zur Abschreckung von Einbrechern gute Dienste tun: Bei der Anwesenheitssimulation etwa wird über eine bestimmte Zeit der "hauseigene“ Rhythmus aus- und angehender Lichter, rauf- und runterfahrender Rol­los und dergleichen gespeichert und bei Abwesenheit der Bewohner bei­behalten. Wird auch noch die Türklingel auf das Handy oder PDA umgeleitet, sodass man auch in Abwesenheit über die Gegensprechanlage präsent ist, trickst man Einbrecher wirksam aus, die sich meist durch Betätigen der Türglocke von der Abwesenheit der Bewohner überzeugen.

Falls Sie nichts von technischen Spielereien halten, können Sie auf die älteste und noch immer zuverlässigste Art der Haussicherung zurückgreifen und sich einen Hund anschaffen. Der ist mit Sicherheit zuverlässiger, wenn auch "wartungsintensiver“. Dafür schützt er statistisch gesehen am wirksamsten vor Einbrechern. Und davon profitieren auch noch Ihre unmittelbaren Nachbarn.

Beratung über Sicherheitstechnik bieten:
• Kriminalpolizeiliche Beratung (Kriminaldirektion 3 / Referat 2), Wasagasse 22, 1090 Wien, Beratungs-Hotline: 0800 216 346
www.polizei.gv.at

• Verband der Sicherheitsunternehmen Österreichs (VSÖ):
www.vsoe.at

Tipps
So sperren Sie Einbrecher aus:
• Sicherheitstüren: Der Kriminalpolizeiliche Beratungsdienst empfiehlt eine Tür gemäß ÖNORM B 5338.
• Ein herkömmliches Schloss lässt sich durch ein im Fachhandel erhältliches Blättchen, das sich bei einem Aufbohrversuch mitdreht, kostengünstig nachrüsten (20 bis 30 Euro!).
• Zu schwache Türblätter mit einer mindestens 3 Millimeter starken Stahl- oder Aluminiumplatte verstärken.
• Zu schwache Türstöcke mit einer Sanierungszarge nachrüsten.
• Das Aushebeln der Tür verhindern Mehrfachverriegelung und Balkenriegelschlösser, die besonders für Altbauflügeltüren geeignet sind.

Weiterempfehlen Drucken Quelle: Haus.Bauen.Wohnen

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