Unterwegs im WWW

Das Internet öffnet uns wirklich die Tür zu einer neuen Welt unendlicher Informations- und Kontaktmöglichkeiten. Doch auf dem Weg zur grenzenlosen Freiheit lauern auch einige Gefahren, vor allem für unbedarfte "Internetfrischlinge“. Was Sie wissen sollten, bevor Sie lossurfen.
In unzähligen Lebensbereichen kann uns die Nutzung des Internets
unterstützen: vom Suchen von schnellen Informationen oder bequemem
Erledigen unserer Bankgeschäfte und Einkaufen per Mausklick über
das Finden neuer Freunde bis hin zur Kommunikation mit weit
entfernt lebenden Verwandten mithilfe der Videotelefonie. Dann
plötzlich ist der Computer durch einen bösartigen Virus beschädigt
und die Reparatur kommt teuer. Und man ärgert sich über unliebsame
Nachrichten im Posteingang des E-Mail-Programms. Die Rechnung vom
letzten Online-Kauf zeigt unerklärliche Summen und auf der Seite,
wo Sie neue Freunde gefunden haben, stehen Details aus Ihrem
Privatleben, die Sie sicherlich nicht veröffentlichen wollten. So
flexibel und unabhängig uns die positiven Seiten der
Internetnutzung machen, sollten wir doch einen kritischen zweiten
Blick auf einige Angebote machen – damit die Freude an
der neuen "digitalen Freiheit“ noch lange bleibt!
E-Mail für dich!
Es ist einfach schön, die lieben Grüße vom Enkerl innerhalb
kürzester Zeit durch eine E-Mail lesen zu können. Doch weniger
erfreut ist man über die unzähligen Nachrichten, die im Posteingang
unseres E-Mail-Programms landen und mit unseriösen Angeboten und
ungewollter Werbung Lust auf mehr machen wollen.
"Vorbeugen statt heilen“
Sie sollten nicht unbedarft Ihre private E-Mail-Adresse im Internet
angeben: Besorgen Sie sich eine zweite Adresse bei einem
Internet-Mail-Anbieter und setzen Sie diese ein, wenn Sie
z. B. bei Gewinnspielen mitmachen oder sich auf
Gemeinschaftsplattformen (sogenannten Communities) registrieren, in
Foren schreiben oder Unterhaltungsangebote im Internet nutzen. Eine
Adresse, die nicht öffentlich aufscheint, kann auch von Spammern
nicht missbraucht werden.
Klick, klick – ich weiß, wer du bist!
Klicken Sie nicht auf eine E-Mail in Ihrem Posteingang, die Sie
nicht wissentlich per Nachrichten-Abonnement beziehen oder deren
Absender Ihnen gänzlich unbekannt ist. Durch das Klicken auf
z. B Links oder Bilder in derartigen Nachrichten, die wie
"Wanzen“ funktionieren, verifizieren Sie für den Absender
Ihre E-Mail-Adresse und öffnen das Tor für weitere Spams. Mit einem
Spamfilter-Programm können Sie eine automatische Sortierung der
unerwünschten Mails selber vornehmen. Beachten Sie dabei, dass das
Programm erst "lernen“ muss, welche E-Mails erwünscht oder
unerwünscht sind – Sie steuern anfangs sozusagen diesen
"Lernprozess“ durch eine manuelle Sortierung.
"Sicherheitsgurte“ anlegen
Sowohl beim Einrichten Ihres E-Mail-Kontos als auch beim
Online-Einkauf oder bei Ihren Bankgeschäften, die Sie im Internet
erledigen, sollten Sie darauf achten, dass der jeweilige Anbieter
des Dienstes oder der Seite eine sichere Verbindung gewährleistet.
Dabei werden heikle Daten – wie z. B. Ihre
Kreditkartenangaben –, die Sie eingeben, verschlüsselt
übertragen. So sind Ihre Angaben vor Manipulation oder
Phishing-Attacken geschützt und bleiben vertraulich. Sie erkennen
die Nutzung dieses Verschlüsselungsverfahrens daran, dass dem
bekannten "http“ ein "s“ in der URL der Verbindung
angehängt wird. Mit jedem Aufruf einer derartigen Seite wird von
Ihrem Browser überprüft, ob der Anbieter ein gültiges und
vertrauenswürdiges SSL-Zertifikat aufweist. Hat er das nicht, dann
warnt Sie Ihr Browser mit einem entsprechenden Nachrichtenfenster.
Bei einer solchen Warnung sollten Sie auf jeden Fall überlegen, ob
Sie weitersurfen wollen, da das Zertifikat entweder unbekannt oder
abgelaufen ist.
Ist mein PC krank?
Tauchen Würmer, Viren und Trojaner auf, kündigt sich damit nicht
eine Pandemie an, sondern hat es Ihr Computer mit kleinen
Programmen zu tun, die manchmal erheblichen Schaden im Innenleben
Ihres Geräts hinterlassen können. Bis hin zum "Es geht nichts
mehr“. Mittlerweile wird die Anzahl an weltweit existierenden
schädlichen Programmen auf über 150.000 geschätzt. Jeden Monat
entstehen hunderte neue. Anstecken kann sich Ihr PC immer dann,
wenn Sie Dateien aus dem Internet auf Ihren Rechner laden. Viren
können aber auch über USB-Stick oder CD-ROMs auf Ihren PC gelangen.
In jeder ausführbaren Datei, wie zum Beispiel *.exe oder *.com,
kann sich ein Virus verstecken. Auch Textdokumente vom Typ *.doc
oder Tabellen vom Typ *.xls können virenverseucht sein.
So schützen Sie sich …
Installieren Sie ein Virenschutzprogramm und ein
Anti-Spyware-Programm und halten Sie diese immer auf dem aktuellen
Stand. Setzen Sie außerdem eine Personal Firewall ein und
aktualisieren Sie diese regelmäßig. Sie schützt bei richtiger
Konfiguration vor Angriffen aus dem Internet und verhindert zudem
bei einer Infektion des PCs mit einem Computerschädling, dass
ausspionierte Daten an einen Angreifer übersendet werden können.
Achten Sie darauf, ob es Sicherheitsupdates für Ihr Betriebssystem
und sonstige von Ihnen installierte Software gibt, und führen Sie
diese durch. Arbeiten Sie nach Möglichkeit nicht als Administrator
an Ihrem PC, denn so können Schadprogramme noch mehr Unheil
anrichten. Richten Sie für alle Nutzer eines PCs unterschiedliche
Benutzerkonten ein. Vergeben Sie für diese Konten nur die
Berechtigungen, die der jeweilige Nutzer für seine Arbeit braucht.
Kommt es trotz aller Schutzmaßnahmen zu einer Infektion des PCs mit
einem Schädling, können wichtige Daten verloren gehen. Um den
Schaden möglichst gering zu halten, sollten Sie regelmäßig
Sicherungskopien Ihrer Dateien auf CD-ROM/DVD oder externen
Festplatten erstellen.
Geben Sie acht auf persönliche Daten!
Gehen Sie sorgfältig mit Ihren Zugangsdaten um: Halten Sie
Kennwörter und Benutzernamen sowie Zugangscodes für Dienste
(z. B. beim Online-Banking) unter Verschluss. Wechseln Sie
Passwörter in regelmäßigen Abständen. Seien Sie zurückhaltend mit
der Weitergabe persönlicher Informationen. Online-Betrüger steigern
ihre Erfolgsraten, indem sie individuell auf ihre Opfer zugehen:
Zuvor ausspionierte Daten, wie etwa Surfgewohnheiten oder Namen aus
dem persönlichen Umfeld, werden dazu verwendet, Vertrauen zu
erwecken. Nutzen Sie Übertragungstechnologien wie Voice over IP
(VoIP) oder Wireless LAN (WLAN), dann achten Sie besonders auf eine
Verschlüsselung Ihrer Kommunikation, damit die Übertragung Ihrer
Daten nicht von Dritten mitgelesen bzw. Gespräche nicht abgehört
werden können.
Zum Thema:
"Internet sicher nutzen“: Umfassender und aktueller
Ratgeber zur Sicherheit im Internet der ISPA (Internet Service
Providers Austria) in Zusammenarbeit z. B. mit dem
Bundesministerium für Justiz. Gratis zum Herunterladen unter:
www.ispa.at/nc/ueber-ispa/saferinternetat/internet-sicher-nutzen/
Seniorenratgeber "Das Internet sicher nutzen“: Die
Gratisbroschüre der Initiative Saferinternet.at erleichtert vor
allem älteren Menschen den Einstieg in einen sicheren Umgang mit
dem Medium.
www.saferinternet.at/broschueren-service
Internet Ombudsmann: Plattform zur Beratung und
Streitschlichtung für
Online-Konsumenten in Österreich
www.ombudsmann.at
Weiterempfehlen
Drucken
Quelle: Guide 50 plus/mgö









