Diskretion

Wem ist es nicht auch schon einmal so ergangen? Sie stehen in einem Geschäft in einer Schlange und jemand hinter Ihnen hält nicht den gebührenden Abstand. Er drängt zwar nicht, aber Sie haben das Gefühl, er ist Ihnen einfach zu nahe.
Jeder von uns legt auf eine gewisse Intimsphäre Wert und nicht
alle von uns sind bereit, jemanden anderen, so ohne weiteres in
dieses intime Umfeld eindringen zu lassen. Ich kann das gut
nachfühlen, denn mir ist es auch schon ein paar Mal ähnlich
ergangen. Ich fand das ziemlich unangenehm.
Stehe ich in einem Kaufhaus oder Supermarkt an der Kasse so ist das
unangenehm. Stehe ich aber – und ich denke da vor allem an
uns Senioren – an einem Bankschalter und habe das Gefühl, die
Person hinter mir möchte nicht nur in meine Geldbörse sehen,
sondern auch noch meine Kontonummer oder Sparbuchnummer erforschen,
dann werde ich ungehalten bis grantig.
Das muss ja nicht sein. Die Markierungen auf dem Boden vor dem
Schalter sind dazu da, genügend Abstand zwischen dem, der bedient
wird, und der wartenden Person zu gewährleisten. Wenn das beachtet
wird, wird der erste Schritt in Sachen Diskretion auch bereits
angewandt. Aber auch von den Bankangestellten selbst – und
das nicht nur während der Dienstzeit in der Bank – muss
Diskretion sichergestellt sein.
Für die Banken ist "Diskretion" nicht nur ein Schlagwort, sondern
eine Verpflichtung, die im Bankwesengesetz festgehalten ist. Meine
Erfahrungen mit der Raiffeisenbank haben gezeigt, dass Diskretion
das oberstes Gebot ist.
Ich habe mir von einem Finanzberater der Raiffeisenbank dazu
einiges erklären lassen; er meinte unter anderem:
"Durch die große Anzahl von Zweigstellen der Raiffeisenbanken in
oft sehr kleinen Gemeinden müssen die Angestellten hier mit
besonderer Diskretion vorgehen. Schließlich kennt man sich in einer
kleinen Gemeinde untereinander viel besser als in einer großen oder
mittelgroßen Stadt."
Somit hoffe ich, dass auch Sie, wenn Sie bei Ihrem Institut am
Schalter stehen, das Gefühl von Sicherheit und Diskretion erleben.
Weisen Sie drängende Wartende hinter Ihnen auf die
Bodenmarkierungen hin. Es ist Ihr gutes Recht!
Ihr
Karl Lederer
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