Ein Horrorkredit via Internet

Symbolbild für Geldscheine

Die Zeiten werden härter, immer mehr Menschen tappen in die Schuldenfalle, in ihrer Not gehen viele nicht zu ihrer vertrauten Bank, sie suchen den Ausweg im Internet bei dubiosen "Geldanbietern“. Wenn heillos Überschuldete versuchen, per Internet rasch zu einem Kredit zu kommen, geht das schief. Sie geraten dabei nur an Kredithaie, gewerbliche Finanzsanierer und an sündteure Schuldsanierungsverträge. Verzweifelte zahlen mitunter Unsummen, weil sie die im Internet angeführten Mehrwerttelefonnummern potenzieller Kreditvermittler anrufen. Eine Dame aus Niederösterreich ist dafür ein abschreckendes Beispiel.

Sie brauchte dringend Geld, sah ihren letzten Ausweg darin via Internet zu einem günstigen Kredit zu kommen und stellte eine Kreditanfrage auf www.passaro-finanz.ch. Zurück kam eine SMS, sie solle zurückrufen, der Kredit werde bewilligt. Die Niederösterreicherin wählte die angegebene Mehrwertnummer: 3,64 Euro kostete das pro Minute. Die Aufnahme der persönlichen Daten dauerte fünf Stunden, zwischendurch geriet die Frau immer wieder in die Warteschleife. Letztendlich wurde ihr gesagt, sie bekomme alle Unterlagen mit der Post. Doch zu früh gefreut: Anderntags kam eine SMS, die zu einem erneuten Anruf aufforderte, weil noch etwas fehle. Sie hat dann nicht mehr angerufen, weil die Telefonkosten inzwischen auf 1.108 Euro gestiegen waren. Aus dem Kredit ist nichts geworden. Das Telefongeld wurde für den Kredithai zum Körberlgeld.

Die Passaro-Finanz AG und ähnliche Firmen haben ihren Sitz meist in der Schweiz, sie befinden sich damit außerhalb des EU-Rechts- und Gerichtsbereiches. Auf der Homepage wird der Eindruck eines kompetenten Unternehmens vorgegaukelt. Liest man genauer, kommt heraus, dass die Firma maximal zu Geldgebern vermittelt, aber selbst keine Kredite vergibt“, Es kann leicht passieren, dass einem diese Firma den Kontakt zum Finanzberater um die Ecke vermittelt. Die Passaro-Finanz AG und ähnliche Unternehmen machen ihren Gewinn mit den hohen Telefonkosten.

"Der supergünstige, bürgenfreie, bestverzinste und unbürokratische Kredit trotz Überschuldung und Negativmeldung der Banken ist und bleibt eine Utopie, den gibt es nicht“, warnt die Arbeiterkammer. Dieser Kredit ist nicht im Internet und schon gar nicht bei ausländischen Gesellschaften zu finden. "Bei Verschuldung bleibt nur eines: zur Hausbank gehen und Gespräche führen oder sich an eine öffentliche Schuldnerberatungsstelle des Landes wenden“.

Weiterempfehlen Drucken Quelle: ak/hma

3 Kommentar(e)

Streber schrieb vor 647 Tag(en) 13 Stunde(n) 32 Minute(n)

Schulden

Warum immer wieder Leute auf solche Gaunereien reinfallen ist mir ein Rätsel!
Ein Gespräch mit der eigenen Bank ist immer noch das Beste und meist auch das Zielführenste.
Mit diesem Betrag der Telefonate hätte sie schon die Zinsen leicht bezahlen können.
Aber vielleicht war/ist die Dame schon so hoch verschuldet, daß sie keinen Kredit mehr bei den öst. Banken bekam?

rsch schrieb vor 646 Tag(en) 18 Stunde(n) 44 Minute(n)

Internet ist gar nicht nett

, denn Computer-/Kommunikationsnetzwerke sind (fast) beliebig manipulierbar und niemand weiss, was man mit der Informationsflut anfangen soll : E-dinge sind wirklichen Personen nicht zuordenbar : traditionelle Information kann elektronisch kontaminiert sein.

chantalle schrieb vor 646 Tag(en) 17 Stunde(n) 56 Minute(n)

AGB

Ich habe jetzt nach gelesen, es steht eigentlich in den AGB drinnen, was hier groß angekreidet wird, aber ich sage so - leider liest niemand genau!

Auf die Idee muss man erst kommen sich über die Schweiz finanzieren zu wollen.
Glauben den SchuldnerInnen wirklich, dass sie mir nix dir nix plötzlich ihren Schuldenberg weg bekommen? Ich kann bei solchen unterfangen keine Logik erkennen, denn wen es kein Geld mehr gibt wird nicht jemand anders großzügig den Geldtopf öffnen ohne immense Sicherheiten zu verlangen.

Die Verzweiflung lässt die Menschen schon ungeschickt handeln, nur ist es halt so, dass die Banken für die KleinverbraucherInnen viel zu oft kein offenes Ohr mehr haben, wenn sie aus welchen Gründen auch immer zahlungsunfähig werden.
Es wäre gut, wenn sich die einheimischen Banken mehr um ihre "gestrauchelten" KundenInnen annehmen würden - dann bliebe oftmals ein Schrecken ohne Ende aus.

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