Schimmel vorbeugen, erkennen, entfernen

Ekelhaft: In der Wohnung müffelt es und an Wänden oder Möbeln befindet sich ein staubiger Belag in einem Farbspektrum von weiß, über grau, blaugrün, gelb, rot oder braun bis hin zu schwarz. Schimmel beleidigt mit seinen hässlichen Flecken aber nicht nur das Auge, sondern auch die Gesundheit, weswegen Sie sofort etwas dagegen unternehmen sollten.
Wie kommt es zu Schimmel?
Schimmel kann sich bilden, wenn Sie zum Beispiel im Wohnzimmer
Wäsche aufhängen und sich die feuchte Luft im Raum verteilt. Hinter
einem Kasten, der an einer kalten Außenwand steht, kühlt die Luft
ab. Da kalte Luft nicht so viel Wasser aufnehmen kann wie warme,
kondensiert das Wasser und es kann zu Schimmelflecken kommen.
Beliebte Stellen für Schimmelbildung sind:
· Kalte Ecken
· Fensterstürze
· Badezimmer
· Hinter Möbelstücken an Außenwänden
· In Zwischenwänden
· In abgehängten Decken
Wie kann ich Schimmel vorbeugen?
Zuerst die schlechte Nachricht: In den meisten Fällen sind Sie
selbst schuld an dem Pilz und können Baufehler nicht dafür
verantwortlich machen. Die gute Nachricht: Dementsprechend viel
können Sie dazu beitragen, die Entstehung von Schimmel zu
verhindern. Es geht vor allem darum, die Wohnung trocken zu
halten.
· Stoßlüften: Öffnen Sie zwei- bis dreimal am Tag alle Fenster ganz
weit und lassen Sie die Luft für etwa fünf Minuten durchziehen.
Wenn Sie Wäsche aufhängen, bügeln, duschen oder kochen (und keinen
Dunstabzug haben), sollten Sie die Fenster öfter aufmachen.
· Heizen Sie ausreichend (~20°C). Kalte Räume sollten Sie von den
geheizten abschotten, damit die feuchtwarme Luft nicht
hineinströmen kann.
· Halten Sie Außenwände frei: Rücken Sie Kästen 5cm von der Wand
weg und verzichten Sie auf Wandvorhänge und
–verkleidungen.
· Auch wenn Sie es mit der neuen Wohnung oder dem neuen Haus eilig
haben: Ziehen Sie in den Neubau erst dann ein, wenn Putz und
Estrich vollständig trocken sind.
Igitt, Schimmel! Wie werde ich ihn wieder los?
1. Halten Sie die Zimmertür geschlossen. Schimmelsporen setzen
alles daran, sich zu verbreiten – hindern Sie den Pilz
daran!
2. Entfernen Sie den Schimmel: Tapeten, Teppiche und Holz wandern
in den Müll. Die Wände - sofern kleinflächig befallen - können Sie
mit Hausmitteln abwischen. Doch aufgepasst, die Mittel sind ätzend.
Schützen Sie sich mit Handschuhen und Brille und lüften Sie
ausreichend. Durchtränken Sie einen Lappen mit 20%iger Sodalauge
(300g Kristallsoda in einem Liter Wasser aufgelöst), 30%igem
Wasserstoffperoxid oder 70%igem Ethylalkohol (Weingeist) und
wischen Sie den Schimmel ab. Seien Sie ruhig großzügig und
bearbeiten Sie die Wand auch 30cm über den Schimmelfleck hinaus.
Bei großflächigem Befall müssen dann aber die Profis ran.
3. Wiederholen Sie die Prozedur nach ein paar Tagen.
Wer übernimmt meine Kosten?
· Der Vermieter: Bei Schimmelbefall in der Bausubstanz handelt es
sich um einen ersten Schaden, für den der Vermieter haftet. Je
früher Sie den Pilzbefall bemerken, desto besser, denn Sie müssen
beweisen, dass es den Mangel schon bei der Übergabe der Wohnung gab
oder der Schimmel durch Baufehler und nicht durch falsches
Nutzerverhalten entstanden ist. Im Verdachtsfall sollten Sie einen
Hygrometer, der die Luftfeuchtigkeit misst, aufstellen. Der Wert
sollte maximal bei 65% liegen, im Winter liegt die Höchstgrenze bei
55%. Liegt der Wert stets darunter und entsteht trotzdem Schimmel,
so weist dies auf einen Baumangel hin.
· Der Mieter: Wenn es sich um einen rein oberflächlichen Pilzbefall
handelt, der durch falsches Nutzerverhalten (Wohnung zu feucht
gehalten) entstanden ist, müssen Sie selbst für die Kosten
aufkommen.
· Die Versicherung: Wenn der Schimmel durch einen versicherten
Leitungswasserschaden entstanden ist, haben Sie Glück und Ihre
Haushaltsversicherung übernimmt die Kosten. Berechnen Sie einfach
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