Der Weisse Ring betreute 2009 um 27% mehr Kriminalitätsopfer

„Keine falsche Scham“: Christiane Hörbiger will Opfer ermutigen, sich im Fall des Falles an den Weissen Ring zu wenden.

Aus der Auswertung der Jahresdaten des Weissen Ringes geht hervor, dass Österreichs größte Opferhilfeorganisation zusammen mit dem Opfer-Notruf 0800 112 112 im Jahr 2009 insgesamt knapp 20.000 (2008: 18.000) Opferkontakte zählte. 1.769 (2008: 1.391) Personen wurden intensiv betreut, das entspricht einer Zunahme von mehr als 27% – die meisten davon in Wien (1.079 nach 784 Personen).

Unverändert standen dabei an erster Stelle der Delikte Körperverletzungen (715 nach 517 in 2008 oder plus 40% im Jahresabstand), vor Vermögensdelikten (397 nach 280; plus 23%) und Sexualdelikten (191 nach 167; plus 11%). Knapp 10% aller Delikte betrafen strafbare Handlungen gegen die Freiheit (173 nach 162 Fälle; z. B. Stalking), mehr als 7% (131 nach 103) sonstige Delikte (Mobbying, Internetkriminalität, etc.) und 4,4% Tötungsdelikte (77 nach 63).

Opfer-Notruf: 70 Telefongespräche an Spitzentagen
Knapp ein Viertel der Opfer wurde 2009 österreichweit von der Polizei an den Weissen Ring verwiesen (2008: 11%). Die weiteren Kontakte erfolgten direkt über den Opfer-Notruf 0800 112 112 oder die Bundesgeschäftsstelle in Wien bzw. die Landesbüros und Außenstellen des Weissen Ringes in den weiteren Bundesländern.

Über den im Auftrag des Justizministeriums vom Weissen Ring betriebenen, gebührenfreien und jederzeit erreichbaren Opfer-Notruf 0800 112 112 allein kamen davon 10.050 Opferkontakte. Im Schnitt werden täglich 28 Gespräche gezählt, je Monat gibt es Spitzentage mit bis zu 70 Gesprächen. Rund 29% der Telefonate waren intensive Beratungsgespräche (2008: 25%). Die AnruferInnen sind zu 59% Frauen und zu 41% Männer. 66% der AnruferInnen waren selbst Opfer (2008: 58%), ca. 15% Angehörige. Die weiteren Kontaktaufnahmen erfolgten durch andere Institutionen, Arbeitgeber von Opfern oder sonstige Ratsuchende.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen
"Die stark zunehmenden Kontaktaufnahmen führen wir auf unsere seit Juni 2009 verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zurück, bei der wir auch von Christiane Hörbiger und Adi Hirschal unterstützt werden“, erklärt Mag. Marianne Gammer, Geschäftsführerin des Weissen Ringes: "Besondere Bedeutung kommt auch der noch intensiveren Kooperation mit der Polizei zu. 2010 werden wir diese durch zahlreiche Informationsveranstaltungen für Polizistinnen und Polizisten, die im Regelfall den ersten Kontakt mit Kriminalitätsopfern haben, weiter forcieren.“

Heuer arbeitet der Weisse Ring zudem mit dem Fonds Soziales Wien und dem Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (inkl. Pensionistenklubs der Stadt Wien) zusammen, um insbesondere ältere Menschen, die immer häufiger Opfer von Vermögensdelikten werden, über die Unterstützungsangebote des Weissen Ringes zu informieren.

Über den Weissen Ring
Der Weisse Ring Österreich gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und Verhütung von Straftaten wurde 1978 gegründet und ist die größte österreichweit flächendeckend tätige Opferhilfeorganisation sowie die einzige, die allen Opfern strafbarer Handlungen jeglicher Form, ohne Unterschied von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit bzw. religiöser, politischer oder sexueller Ausrichtung offen steht. Der Weisse Ring bietet Opfern professionelle Beratung und Betreuung, psychosoziale und anwaltliche Prozessbegleitung sowie substanzielle materielle Unterstützung zur Bewältigung der Opfersituation.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz betreibt der Weisse Ring das Kompetenzzentrum Opferhilfe mit dem jederzeit erreichbaren Opfer-Notruf 0800 112 112. Der Weisse Ring Österreich zählt acht angestellte sowie mehr als 300 ehrenamtliche MitarbeiterInnen (PolizistInnen, PsychologInnen, JuristInnen, TherapeutInnen, SozialarbeiterInnen, etc.) und finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Legaten und Förderbeiträgen. Der Weisse Ring ist mit dem Österreichischen Spendengütesiegel zertifiziert. Spenden an den Weissen Ring sind steuerlich absetzbar.

Weiterempfehlen Drucken Quelle: Weisser Ring
Links: www.weisser-ring.at

Login

Klub

Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien

Samariterbund