Hilfe ist Ihr gutes Recht!

Unterstützen ältere Kriminalitätsopfer: Adi Hirschal, Hon.Prof. Dr. Udo Jesionek (Präsident des Weissen Ringes), Christiane Hörbiger und Bürgermeister Dr. Michael Häupl (v.l.n.r.).

Der Weisse Ring startet eine neue Aufmerksamkeitskampagne für ältere Kriminalitätsopfer. Kammerschauspielerin Christiane Hörbiger sowie Schauspieler und Intendant Adi Hirschal unterstützen die Kampagne. Ziele sind, ältere Menschen durch effektivere Präventionsmaßnahmen zu schützen und jenen, die bereits Opfer geworden sind, wirksamer zu helfen.

Dafür hat die Stadt Wien die Förderung für den Weissen Ring 2009 auf 50.000 Euro angehoben. "Es geht darum, ältere Menschen mit den Angeboten des Weissen Ringes bekannt zu machen“, erklärte Häupl bei der Pressekonferenz: "Die SeniorInnen sollen wissen, dass ihnen geholfen wird. Daher unterstützt die Stadt Wien so ein Engagement der Zivilgesellschaft sehr gerne.“

Ausgangspunkt für die Kampagne ist die Tatsache, dass ältere Menschen zunehmend Opfer von Raub, Diebstahl und Trickbetrug werden. Krankheit, körperliche oder geistige Funktionseinschränkungen wie auch eine isolierte Lebensweise machen SeniorInnen aus Tätersicht zur "leichten Beute“. "Ältere Opfer zeigen sich häufig überfordert und hilflos“, berichtet Hon.Prof. Dr. Udo Jesionek, Präsident des Weissen Ringes, aus der Praxis der Opferbetreuung: "Ängste – z. B. vor einer möglichen ,Abschiebung ins Altersheim' –, aber auch Scham oder Selbstvorwürfe wie ,Hätte ich besser aufgepasst!' oder ,Ich bin ja selbst schuld!' führen oft dazu, dass nicht einmal mit den engsten Angehörigen darüber gesprochen wird.“

Zudem würden Unsicherheiten im Umgang mit Behörden wie Polizei, Staatsanwalt, Gericht häufig verursachen, dass eine erlittene Straftat nicht angezeigt wird. Die Unterstützung durch die Stadt Wien trage dazu bei, dass dem besonderen Betreuungsbedarf älterer Opfer besser entsprochen werden könne.

Die Kampagne soll den Vorurteilen entgegenwirken und über Opferschutz und Opferrechte informieren: Produziert wurden Plakate und Informationsfolder mit den Slogans "Keine falsche Scham!“ und "Hilfe ist Ihr gutes Recht!“. Vermittelt wird, dass der Weisse Ring sofort und unbürokratisch hilft – auf Wunsch auch anonym über den jederzeit erreichbaren, gebührenfreien Opfer-Notruf 0800 112 112.

Geboten werden professionelle Beratung und Betreuung, Begleitung bei Behördenwegen, psychosoziale und anwaltliche Prozessbegleitung (von der Anzeige bei der Polizei bis zum Ende des Gerichtsverfahrens) sowie substanzielle materielle Hilfe im Notfall – und vor allem Zeit, dass sich ältere Menschen eine erlittene Straftat "von der Seele reden“ können.

Christiane Hörbiger und Adi Hirschal betonten, dass es für sie eine Selbstverständlichkeit gewesen sei, an der Kampagne als Testimonials mitzuwirken. "Ältere Menschen sollen Unterstützung annehmen und sich nicht schämen, wenn sie Opfer eines Verbrechens geworden sind“, betonte Hörbiger, die auch den gesellschaftlich oft herabwürdigenden, ungeduldigen Umgang mit SeniorInnen kritisierte. Für Hirschal ist es wichtig, "nicht immer nur die Täter in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu stellen, sondern auch die Opfer“.



www.weisser-ring.at
Kostenfreier 24-Stunden-Opfer-Notruf: 0800 112 112

Weiterempfehlen Drucken Quelle: Weisser Ring

4 Kommentar(e)

dany schrieb vor 230 Tag(en) 1 Stunde(n) 54 Minute(n)

Weisser Ring Kampagne

Ich fände es sinnvoller, wenn das Geld den Opfern zugute käme. Den Weissen Ring bekanntzumachen, könnten die Medien wirkungsvoller übernehmen.

Amicelli schrieb vor 229 Tag(en) 20 Stunde(n) 8 Minute(n)

Opfer und Maßnahmen

Ich finde die Auflistung der Hilfeleistungen sehr gut. Die Täter werden immer brutaler und suchen sich die Wehrlosen aus.
Aber auch die älteren Damen und Herren können einiges dazu beitragen, das Risiko eines Überfalls zu minimieren. Die Tür nicht aufmachen ohne nachzusehen wer draussen steht. ..eventuell durch die Tür fragen was derjenige will, bei Dingen die man noch nie gehört hat, oder Menschen die man noch nie gesehen hat, mißtrauisch sein und nicht öffnen.
Leider müssen das auch schon jüngere machen, -nämlich- nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr hinausgehen. Vor allem nicht bei schlecht beleuchteten Straßen. Auch nicht mit dem Hund!
Beim Fortgehen nur Taschen mit Zipp tragen, Geldbörse ganz hinten in der Tasche verstauen. Beim einkaufen oder tanken, nicht ablenken lassen.
Bei keinen Werbefahrten mitfahren, keinen Vertreterbesuch zu lassen usw.
Einiges kann Mann/Frau auch selbst dazu beitragen, kein Opfer zu werden!

redaktion schrieb vor 229 Tag(en) 17 Stunde(n) 0 Minute(n)

bitte um ergänzung zum oben stehenden artikel

der weisse ring hat uns um veröffentlichung des folgenden zusatzes gebeten, das wir hiermit gerne tun:


Christiane Hörbiger und Adi Hirschal ebenso wie Fotograf Wolfgang Zajc,
das Fotostudio see'ya, die Stylisten Boris Cavlina und Katharina Fahnl
sowie die für die grafische Gestaltung verantwortliche Werbeagentur
Wunderman Vienna haben ihre Leistungen für diese Kampagne ohne
Honorarforderungen zur Verfügung gestellt. Zu finanzieren waren bei der
Kampagne lediglich die bewusst sehr niedrig gehaltenen Druckkosten, für
die der Weisse Ring dankenswerter Weise zweckgewidmete Mittel der Stadt
Wien erhalten hat. Der Weisse Ring hat daher für die Kampagne keine
Kosten übernehmen müssen und es sind keine Spendengelder dafür verwendet
worden. Selbstverständlich informiert der Weisse Ring in regelmäßigen
Abständen die Medien über seine Arbeit, allerdings wendet der Weisse
Ring grundsätzlich keine Mittel für Inseratenschaltungen auf und die
Entscheidung, ob redaktionell berichtet wird, liegt allein bei den
Medien. Um aber sicherzustellen, dass möglichst viele Menschen über
Opferschutz und Opferrechte sowie die Leistungen des Weissen Ringes
Kenntnis erhalten, sind solche Kampagnen unverzichtbar. Der Weisse Ring
bedankt sich daher auch auf diesem Weg bei allen Personen, Unternehmen
und Organisationen, die diese Kampagne möglich gemacht haben.

redaktion schrieb vor 229 Tag(en) 16 Stunde(n) 53 Minute(n)

@ dany

wie du darauf richtig hingewiesen hast, haben wir uns - als online-plattform und somit als medium - mit diesem artikel eigenständig erlaubt, auf den weissen ring und seine arbeit aus aktuellem anlass aufmerksam zu machen.

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