Hilfe ist Ihr gutes Recht!

Der Weisse Ring startet eine neue Aufmerksamkeitskampagne für ältere Kriminalitätsopfer. Kammerschauspielerin Christiane Hörbiger sowie Schauspieler und Intendant Adi Hirschal unterstützen die Kampagne. Ziele sind, ältere Menschen durch effektivere Präventionsmaßnahmen zu schützen und jenen, die bereits Opfer geworden sind, wirksamer zu helfen.
Dafür hat die Stadt Wien die Förderung für den
Weissen Ring 2009 auf 50.000 Euro angehoben. "Es geht darum,
ältere Menschen mit den Angeboten des Weissen Ringes bekannt zu
machen“, erklärte Häupl bei der Pressekonferenz:
"Die SeniorInnen sollen wissen, dass ihnen geholfen wird. Daher
unterstützt die Stadt Wien so ein Engagement der
Zivilgesellschaft sehr gerne.“
Ausgangspunkt für die Kampagne ist die Tatsache, dass
ältere Menschen zunehmend Opfer von Raub, Diebstahl und
Trickbetrug werden. Krankheit, körperliche oder geistige
Funktionseinschränkungen wie auch eine isolierte Lebensweise machen
SeniorInnen aus Tätersicht zur "leichten Beute“.
"Ältere Opfer zeigen sich häufig überfordert und
hilflos“, berichtet Hon.Prof. Dr. Udo Jesionek, Präsident des
Weissen Ringes, aus der Praxis der Opferbetreuung: "Ängste –
z. B. vor einer möglichen ,Abschiebung ins Altersheim' –,
aber auch Scham oder Selbstvorwürfe wie ,Hätte ich besser
aufgepasst!' oder ,Ich bin ja selbst schuld!' führen oft
dazu, dass nicht einmal mit den engsten Angehörigen darüber
gesprochen wird.“
Zudem würden Unsicherheiten im Umgang mit Behörden wie
Polizei, Staatsanwalt, Gericht häufig verursachen, dass eine
erlittene Straftat nicht angezeigt wird. Die Unterstützung
durch die Stadt Wien trage dazu bei, dass dem besonderen
Betreuungsbedarf älterer Opfer besser entsprochen werden
könne.
Die Kampagne soll den Vorurteilen entgegenwirken und
über Opferschutz und Opferrechte informieren:
Produziert wurden Plakate und Informationsfolder mit den Slogans
"Keine falsche Scham!“ und "Hilfe ist Ihr gutes
Recht!“. Vermittelt wird, dass der Weisse Ring sofort und
unbürokratisch hilft – auf Wunsch auch anonym
über den jederzeit erreichbaren, gebührenfreien
Opfer-Notruf 0800 112 112.
Geboten werden professionelle Beratung und Betreuung, Begleitung
bei Behördenwegen, psychosoziale und anwaltliche
Prozessbegleitung (von der Anzeige bei der Polizei bis zum Ende
des Gerichtsverfahrens) sowie substanzielle materielle Hilfe im
Notfall – und vor allem Zeit, dass sich ältere Menschen
eine erlittene Straftat "von der Seele reden“
können.
Christiane Hörbiger und Adi Hirschal betonten, dass es für
sie eine Selbstverständlichkeit gewesen sei, an der Kampagne als
Testimonials mitzuwirken. "Ältere Menschen sollen
Unterstützung annehmen und sich nicht schämen, wenn sie Opfer
eines Verbrechens geworden sind“, betonte
Hörbiger, die auch den gesellschaftlich oft
herabwürdigenden, ungeduldigen Umgang mit SeniorInnen
kritisierte. Für Hirschal ist es wichtig, "nicht
immer nur die Täter in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses
zu stellen, sondern auch die Opfer“.
www.weisser-ring.at
Kostenfreier 24-Stunden-Opfer-Notruf: 0800 112 112
Weiterempfehlen
Drucken
Quelle: Weisser Ring
Bildergalerie:
4 Kommentar(e)
Amicelli schrieb vor 785 Tag(en) 12 Stunde(n) 37 Minute(n)
Opfer und Maßnahmen
Ich finde die Auflistung der Hilfeleistungen sehr gut. Die Täter
werden immer brutaler und suchen sich die Wehrlosen aus.
Aber auch die älteren Damen und Herren können einiges dazu
beitragen, das Risiko eines Überfalls zu minimieren. Die Tür nicht
aufmachen ohne nachzusehen wer draussen steht. ..eventuell durch
die Tür fragen was derjenige will, bei Dingen die man noch nie
gehört hat, oder Menschen die man noch nie gesehen hat, mißtrauisch
sein und nicht öffnen.
Leider müssen das auch schon jüngere machen, -nämlich- nach
Einbruch der Dunkelheit nicht mehr hinausgehen. Vor allem nicht bei
schlecht beleuchteten Straßen. Auch nicht mit dem Hund!
Beim Fortgehen nur Taschen mit Zipp tragen, Geldbörse ganz hinten
in der Tasche verstauen. Beim einkaufen oder tanken, nicht ablenken
lassen.
Bei keinen Werbefahrten mitfahren, keinen Vertreterbesuch zu lassen
usw.
Einiges kann Mann/Frau auch selbst dazu beitragen, kein Opfer zu
werden!
redaktion schrieb vor 785 Tag(en) 9 Stunde(n) 29 Minute(n)
bitte um ergänzung zum oben stehenden artikel
der weisse ring hat uns um veröffentlichung des folgenden
zusatzes gebeten, das wir hiermit gerne tun:
Christiane Hörbiger und Adi Hirschal ebenso wie Fotograf Wolfgang
Zajc,
das Fotostudio see'ya, die Stylisten Boris Cavlina und Katharina
Fahnl
sowie die für die grafische Gestaltung verantwortliche
Werbeagentur
Wunderman Vienna haben ihre Leistungen für diese Kampagne
ohne
Honorarforderungen zur Verfügung gestellt. Zu finanzieren waren bei
der
Kampagne lediglich die bewusst sehr niedrig gehaltenen Druckkosten,
für
die der Weisse Ring dankenswerter Weise zweckgewidmete Mittel der
Stadt
Wien erhalten hat. Der Weisse Ring hat daher für die Kampagne
keine
Kosten übernehmen müssen und es sind keine Spendengelder dafür
verwendet
worden. Selbstverständlich informiert der Weisse Ring in
regelmäßigen
Abständen die Medien über seine Arbeit, allerdings wendet der
Weisse
Ring grundsätzlich keine Mittel für Inseratenschaltungen auf und
die
Entscheidung, ob redaktionell berichtet wird, liegt allein bei
den
Medien. Um aber sicherzustellen, dass möglichst viele Menschen
über
Opferschutz und Opferrechte sowie die Leistungen des Weissen
Ringes
Kenntnis erhalten, sind solche Kampagnen unverzichtbar. Der Weisse
Ring
bedankt sich daher auch auf diesem Weg bei allen Personen,
Unternehmen
und Organisationen, die diese Kampagne möglich gemacht haben.
redaktion schrieb vor 785 Tag(en) 9 Stunde(n) 23 Minute(n)
@ dany
wie du darauf richtig hingewiesen hast, haben wir uns - als online-plattform und somit als medium - mit diesem artikel eigenständig erlaubt, auf den weissen ring und seine arbeit aus aktuellem anlass aufmerksam zu machen.















dany schrieb vor 785 Tag(en) 18 Stunde(n) 24 Minute(n)
Weisser Ring Kampagne
Ich fände es sinnvoller, wenn das Geld den Opfern zugute käme. Den Weissen Ring bekanntzumachen, könnten die Medien wirkungsvoller übernehmen.