Was im Alter stresst ...

keine Zeit, zuviel Stress

Stress wird meist mit jüngeren Menschen assoziiert. Als Bilder dazu drängen sich hetzende Manager, übervolle Terminkalender, Mehrfachbelastungen und ein deutliches Defizit an Privatleben auf. Eine Studie von empiri.at, die im Auftrag des Instituts für Stressprophylaxe und Salutogenese durchgeführt wurde, zeigt aber deutlich, dass auch Menschen im höheren Lebensalter nicht vor Stress gefeit sind.

Studienautor Michael Benesch befragte knapp 500 Personen der Altersklasse »50+« zu ihren subjektiv empfundenen Stressoren. Ziel dieser Studie war, Faktoren zu untersuchen, die man als gesunderhaltend bezeichnen kann.

Denn: Stress macht nachweislich krank!

Die Studie zeigt, dass bei älteren Personen negative Stress-Komponenten etwa drei Mal stärker wahrgenommen werden als die positiven, aktivierenden Komponenten. Ältere Berufstätige empfinden Stress generell negativer als Personen im Ruhestand. Insgesamt geben auch in dieser Altersklasse Frauen einen höheren privaten, Männer einen höheren beruflichen Stress-Anteil an.
Und auch die Bildung spielt beim Stressempfinden eine Rolle: je höher das Bildungsniveau, umso höher auch die subjektiv empfundene Belastung durch Stress.

Stress wird oft nicht hinterfragt
Michael Benesch: "Befragt man Personen direkt, ob sie sich gegenwärtig gestresst fühlen, neigen die meisten Menschen dazu, ein eher geringes bis mittleres Stress-Niveau anzugeben. Bei genauerem Hinterfragen stellt sich jedoch heraus, dass es große Stressbelastungen gibt, die allerdings oft nicht als solche wahrgenommen werden, es sei denn, jemand ist z.B. mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen oder dem Tod des Ehepartners oder anderen Angehörigen konfrontiert.“
Die Studie kommt daher zu dem Schluss, dass mit Stress sehr bewusst umzugehen ist.
Auch Ältere sollten sich negativen Stress bewusst machen, um gegensteuern zu können. "Wirklich gefährlich sind Stressoren, die man nicht erkennt.
Dazu zählen auch die kleinen Ärgernisse des Alltags“, sagt Benesch. "Schon wer sich täglich über bloße Kleinigkeiten aufregt, schadet sich auf Dauer wesentlich“.

Anleitung für weniger Stress
Die Studie identifiziert vor allem drei Punkte, die es älteren Menschen – eventuell mit professioneller Hilfe – erleichtern sollte, mit Stress-Situationen fertig zu werden:

Sich selbst vertrauen
Das Vertrauen in die eigene Kraft ist ein Stress-Killer. Personen, die sich dem Schicksal ausgeliefert fühlen, sind wesentlich stärker Stress-gefährdet als solche, die daran glauben, das Ruder selbst in der Hand zu haben.

Hobbies pflegen
Freizeitinteressen bzw. Hobbys, die man pflegt, helfen, die eigene Lebenssituation besser einzuschätzen.

Aufgaben annehmen
Aufgaben und Herausforderungen, denen man sich stellt, wirken sich signifikant positiv auf die Lebenseinstellung aus. Damit kommt auch das stressbeladene Gefühl, »zum alten Eisen zu gehören«, weniger oft auf.

Weiterempfehlen Drucken Quelle: Apotheker/ eKiss, skcal, Gerd Altmann/pixelio.de, Pixelio.de

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