Wenn’s brodelt und ascht

Mag. Gabriela Fischer, Lebens- und Sozialberaterin

Krisen lassen niemanden emotional unbeteiligt, trotzdem ist ein klarer Kopf gefordert.

"Wer seine Gedanken nicht auf Eis zu legen versteht, der soll sich nicht in die Hitze des Streits begeben“
Friedrich Nietzsche



Völlig entspannt las ich beim Morgenkaffee die Bangkok Post. "Vulkanausbruch legt europäischen Flugverkehr lahm.“ Wie ein elektrischer Schlag zuckte es in meinem Kopf: "Wir können nicht heim.“ Ich liebe Asien, aber in diesem Moment setzte augenblicklich Heimweh ein. Aus professioneller Sicht weiß ich, bei Katastrophen gilt: rational statt emotional. Leicht ist dies nicht, denn durch Unklarheit und Unsicherheit schleichen sich negative Gedanken ein (vor allem, wenn es politisch brodelt).

Jeder Mensch erlebt unvorhersehbare Situationen oder Probleme, die er nicht wahrhaben will. Bei Potenzierung werden diese als unüberwindbar empfunden. Krisen und Konflikte, denen wir uns ausgeliefert fühlen und die uns erschüttern, lassen die eigenen Emotionen zuerst vulkanartig brodeln und führen manchmal zur psychischen oder verbalen Eruption. Ja, und dann kommt die Asche und mit ihr kommen die Dramen bis hin zur Vernichtung.

Krisen und Konflikte lassen niemanden emotional unbeteiligt, doch in solchen Situationen der Emotion freien Lauf zu lassen, schaltet die Ratio aus und verhindert einen "klaren Kopf“ zum konstruktiven Handeln.

Ich wünsche uns, dass wir ­zukünftig von "Vulkanausbrüchen“ verschont bleiben – "außen“ wie innen.

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1 Kommentar(e)

starlight, 03.06.2010 18:45

Nietzsche und der Vulkan

gut gesagt, bravo :-)
Nur Nietzsche hat es ja auch leider nicht geschafft, seine Gedanken auf Eis zu legen.

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