Ursachenzuschreibung

Mag. Gabriela Fischer, Lebens- und Sozialberaterin

DAVID HUME
"Jede Wirkung ist ein von ihrer Ursache -verschiedenes Ereignis. “

Brigitte fühlt sich in ihrem Ballkleid total beengt und behauptet schuld daran seien die vielen Feste und Einladungen. Kurt entschuldigt sich wöchentlich bei seiner Frau, wenn er spätnachts volltrunken nach Hause kommt, seine Freunde ließen ihn einfach nicht weg.

Jeder Mensch versucht, Erklärungen durch Ursachenzuschreibung zu finden. Diese sollte realistisch sein. Wo und in welchem Ausmaß war meine persönliche Beteiligung, wo und in welchem Ausmaß die Beteiligung der anderen, dass die Situation so ist bzw. war? Auf welche Ursachen man ein Ereignis oder Verhalten zurückführt (Attribution), bestimmt weitgehend, wie man auf das Ereignis reagiert. Wenn das eigene Verhalten nicht als Fehlverhalten, sondern nur als Reaktion auf eine negative Situa-tion gesehen wird, findet kein Lernprozess und somit keine Veränderung statt.

Menschen wie Brigitte und Kurt suchen stets die Schuld für ihr Verhalten im Außen. Wenn nicht andere Personen schuld sind, dann das Wetter, die Regierung, das Universum … Irgendwer bzw. irgendwas findet sich sicherlich, um von der eigenen Beteiligung abzulenken.

Doch auf Dauer findet bei Personen, die keine realistische, sondern meist eine externe Ursachenzuschreibung betreiben, nur eine mäßige bis keine Veränderung statt. Denn um (dauerhaft) das Verhalten zu verändern, ist eine Einstellungsänderung, aber vor allem Eigenverantwortung nötig.

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