Ursachenzuschreibung

DAVID HUME
"Jede Wirkung ist ein von ihrer Ursache -verschiedenes Ereignis.
“
Brigitte fühlt sich in ihrem Ballkleid total beengt und
behauptet schuld daran seien die vielen Feste und Einladungen. Kurt
entschuldigt sich wöchentlich bei seiner Frau, wenn er spätnachts
volltrunken nach Hause kommt, seine Freunde ließen ihn einfach
nicht weg.
Jeder Mensch versucht, Erklärungen durch Ursachenzuschreibung zu
finden. Diese sollte realistisch sein. Wo und in welchem Ausmaß war
meine persönliche Beteiligung, wo und in welchem Ausmaß die
Beteiligung der anderen, dass die Situation so ist bzw. war? Auf
welche Ursachen man ein Ereignis oder Verhalten zurückführt
(Attribution), bestimmt weitgehend, wie man auf das Ereignis
reagiert. Wenn das eigene Verhalten nicht als Fehlverhalten,
sondern nur als Reaktion auf eine negative Situa-tion gesehen wird,
findet kein Lernprozess und somit keine Veränderung statt.
Menschen wie Brigitte und Kurt suchen stets die Schuld für ihr
Verhalten im Außen. Wenn nicht andere Personen schuld sind, dann
das Wetter, die Regierung, das Universum … Irgendwer bzw.
irgendwas findet sich sicherlich, um von der eigenen Beteiligung
abzulenken.
Doch auf Dauer findet bei Personen, die keine realistische, sondern
meist eine externe Ursachenzuschreibung betreiben, nur eine mäßige
bis keine Veränderung statt. Denn um (dauerhaft) das Verhalten zu
verändern, ist eine Einstellungsänderung, aber vor allem
Eigenverantwortung nötig.
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Quelle: Mag. Gabriele Fischer, Lebens- und
Sozialberaterin











