DER INNERE SCHWEINEHUND

11.07.2007
Im Laufe seines kurzen Lebens
trachtet der Mensch – zumeist vergebens,
doch stets aufs Neue motiviert –
danach, dass möglichst alt er wird.
Damit die Jährchen auch erträglich
gibt’s gute Vorsätze, unsäglich
viele, denn der Weg
zur Hölle ist damit gesät.
Nähr dich redlich! Treibe Sport!
Entspannung treibt den Kummer fort!
Man wüsste schon wie’s funktioniert.
Doch gibt’s ein Tier, das sabotiert
jeden Versuch, das Lotterleben
auf sportliches Niveau zu heben.
Dies Untier wird – allseits bekannt –
innerer Schweinehund genannt.
Der Mensch weiß, dass Bewegung wichtig,
doch schnell wird jeder Vorsatz nichtig.
Man lehnt im Fernsehstuhl bequem;
statt Sport aktiv wird Sport geseh’n,
und als höchstes der Gefühle
hebt man sich vom weichen Pfühle,
streichelt Hund- und Katzenvieh
und nennt dies agility.
Obst und Gemüse sind gesund,
das spürt bei mir sogar der Hund.
Ich achte streng auf sein Gewicht.
Nur bei mir selber? Leider nicht.
In seinen Napf kommt Qualität,
in meinen Pommes mit viel Fett,
Torte mit Schlag, auch Alkohol -
nur ein paar Schlückchen - auf sein Wohl.
Befällt mich dann von Zeit zu Zeit
dunkelgraue Traurigkeit,
oder färbt mich gallengelb
der ganze Ärger dieser Welt,
leuchtet zornesrot die Miene -
dann hilft nur eins: Endomorphine!
Mein Glückshormon heißt Schokolade.
(Die Nebenwirkung zeigt die Waage.)
Das Spiegelbild mahnt auch zur Reue.
So kämpf tagtäglich ich aufs Neue,
fass Vorsätze wie Sand am Meer –
sie umzusetzen fällt halt schwer.
Im Nachruf wird man dereinst lesen,
welch großer Wettstreit es gewesen,
spannend bis zur letzten Stund.
Wer Sieger war? Der Schweinehund!
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Quelle: Gabi Eder- Seniorkom Hobby Redakteurin











