Das kuriose Weihnachtsgeschenk

22.12.2006
Es freut der Mensch sich inniglich,
liegt ein Geschenk am Gabentisch.
Doch bitte nicht zu überschwänglich!
Die Freude ist oft schnell vergänglich.
Wie leicht das Glück zu Ärger wird,
dies Exempel illustriert:
Ich fand im weihnachtlichen Tann
ein Schächtelchen vom Weihnachtsmann.
Drin lag auf samtig weichem Bett
ein golden glänzend Schreibgerät;
dabei ein Zettel, blau liniert,
auf dem erklärt, wie’s funktioniert:
Ob Schule, Uni, ob Büro,
oder sonst noch irgendwo:
Dieser Stift schreibt eins, zwei, drei
jedweden Text ganz fehlerfrei.
Es lässt sich damit prächtig zeichnen
und dichten bis zum Steinerweichen.
Auch beim Zahlen extrahieren,
Wurzelziehen und quadrieren
ist das gute Stück perfekt.
Probier, was alles in ihm steckt!
Damit der Griffel nicht geklaut,
hat der Spender vorgebaut:
Will ein andrer mit ihm schreiben,
ist es besser, er lässt’s bleiben!
Fremden schenkt das Ding behände
Rechtschreibfehler ohne Ende.
Füllt beim Erlagschein voller Tücke
lauter Nullen in die Lücke,
rechnet drei Mal vier ist neun
und setzt Wien gar an den Rhein.
Die Augen strahlend voller Glück
greif’ flugs ich nach dem guten Stück.
Doch was ist los mit diesem Dings?
Der Griffel schreibt von rechts nach links!
Setzt fremde Zeichen aufs Papier,
dazu nen Klecks als Zeilenzier!
Ich fürchte, dieser Wunderstift
war leider nicht bestimmt für mich.
Gehörte wohl nach Chinatown.
Wer wird jetzt dort verwundert schaun,
wenn sein Stift im Dialekt
österreichisch schreibt perfekt?
Anfangs war ich ärgerlich,
inzwischen weiß ich: Schuld war ich!
Das Missgeschick wär nicht passiert,
hätt’ ich ans Christkind adressiert
den Wunschbrief. Nicht an Santa Claus,
denn der kennt sich bei uns nicht aus!
Weiterempfehlen
Drucken
Quelle: Gabriele Eder - Seniorkom Hobby
Redakteurin












stefferl schrieb vor 1505 Tag(en) 15 Stunde(n) 10 Minute(n)
Santa Claus
Das gefällt mir! Die Pointe ist gut. Da muß ich andere Sachen auch noch lesen.
LG stefferl