Das Reisen auf FLÜSSEN ... 1. Fortsetzung

Donaukreuzfahrt, ein Symbolbild

Es handelt sich um eine uralte Institution. Lange bevor das Pferd und die Postkutsche die Menschen etwas auf Trab brachten,war die Fortbewegung auf Flüssen möglich.

Wo Flüsse waren, wurden sie immer auch als Reisewege genützt. So haben schon die alten Ägypter das Steinmaterial für ihre Tempel und Pyramiden auf dem Nil transportiert. So haben die Griechen auf der Suche nach dem Goldenen Vlies ihre Argonauten auf die Reise geschickt. So sind die Nibelungen mit Kriemhilde und dem toten Siegfried den Rhein heruntergezogen. Sie hatten das berühmte Rheingold bei sich,das Richard Wagner zu seinen Opern inspirierte. Es soll noch heute in der Nähe von Worms auf dem Grunde liegen. Immer wieder suchen Fachleute danach ... Es macht den eigenen Charm des Unternehmens "Donauprinzessin " aus, dass heute diese ältere Form,in der der Mensch einmal auf Entdeckungsfahrt ging,jetzt wiederkehrt als jüngste Verlockung unserer Wohlstandsgesellschaft. Uralt und doch blitzneu, sagenhaft altmodisch und doch perfekt in jüngster Technik- darin liegt der paradoxe Reiz dieses Unternehmens. Es hat etwas Vornehmes,ja Exklusives,im Zeitalter der Düsenjets dieser
beschaulichen Reiseform den Vorzug zu geben.

Zugegeben :- für jedermann ist das nichts...... Wer die übliche Ferienreise in den Süden sucht, sollte die Finger davon lassen.
Durch die Welt rasen,ob im Intercity oder auf der Autobahn,kann heute jeder Depp. Verrückte haben es immer eilig ........ Ruhig und entspannt und mit der Geschwindigkeit eines tüchtigen Radfahrers unseren alten Kontinent zu erforschen, das setzt einen eigenen Typus MENSCH voraus. Er muss die Sensationen und und Aufgeregtheiten unseres hektischen Zeitalters längst
hinter sich gebracht haben. Er muss RUHE,Sinn für Beschaulichkeit und eigene Nachdenklichkeit mitbringen. Nur Feinschmecker des LEBENS werden die Schönheiten einer solchen Flussreise auskostern können. Sie wissen, was schon die alten Chinesen wußten :
Nicht das Ziel- der Weg ist die Reise !-

Wer von solchem Geist beseelt ist,ist der ideale Gast auf der DONAUPRINZESSIN. Alles wird ihm zum ERLEBNIS. -mindestens eine Stunde am Morgen, eine andere des Abends wird er oben am Sonnendeck stehen, um die Vorzüge solcher Position zu
geniessen. Wo sind wir jetzt ?-- Dürnstein - Kloster Melk oder geht es schon in Richtung Wien Einerlei, überall gibt es viel zu sehen . Die Faszination einer Flußreise besteht darin, dass man eben nicht wie auf hoher See im endlosen Meer treibt, sondern die
Landschaft hautnah,fast zum Greifen vor sich hat. Ein Poesiealbum der WACHAU wird jetzt aufgeschlagen. Das Land ist wie ein Film, der langsam an einem vorbeizieht. Jetzt kommt ein Dorf, jetzt eine Burg,jetzt kommt ein Wald. Man meint, seine grünen Baumkronen fassen zu können. Jetzt kommt uns ein alter Frachter entgegen. Sind das Russen ? Die Wäsche flattert an einer Leine. Ein Hund bellt drüben. Ein Bootsmann lehnt an der Reling und winkt zu uns müde rüber. Wasser wirbelt auf. Man riecht Dieselöl.Die Sowjetfahne hängt müde im Wind. Dann ist das Ganze vorbei. Majestätisch und ruhig beherrscht die DONAUPRINZESSIN wieder die Szene. Sie hat schwere Motoren, aber man hört sie nicht. Sie verfügt mit ihren zwei Dieselmotoren über fast zweitausend PS, aber man spürt sie nicht. Nichts dröhnt, nichts vibriert,nichts klappert im Wind. Die Stille ist vollkommen.Es ist,als wenn man mit einem Luftballon durch Europa
schweben würde.

Jetzt gleiten wir an einem Städtchen vorbei. Man sieht direkt auf einen Marktplatz:kommunales Treiben: ein Kaufhaus, eine Bankfiliale,man sieht den Autoverkehr und wie er sich jetzt stautvor Rotampeln. Lauter kleine Wägelchen bilden eine Schlange.In jedem Auto sitzt eine Familie,eng verstaut.Sie schwitzen, sie stöhnen und warten- stundenlang ...Ja, denkt man, so bist du früher auch gereist. Von Stuttgart nach Salzburg und dann weiter nach Italien ans Meer weit hinunter und dann wieder mit einer Fähre in ein anderes Land -von Deutschland nach England, Wales..... Von Salzburg nach Kroatien, Spanien, Portugal. Istanbul , usw. und so fort.....Immer das Steuerrad haltend, aufmerksam den Verkehr beobachtend. Welch eine Strapaze und wie gefährlich war das,mitunter- für dich, für Mitreisende und vor allem für die Kinder. Tagsüber in
der knalligen Sonne im Auto,abends irgendwo ein Hotel suchen, da oft das ganze vorherige " Management ", dass man zuhause schon traf, nicht klappte,und noch schwieriger- : einen Auto- Parkplatz finden.Die Nerven lagen da blank.... Die Koffer
raus und dann hoch ins Hotel......Verschwitzte,oft ungeniessbare Abendessen,das kleine Zimmer, das hässlich und heiss war. Das Bett, das hart und zu kurz war.Noch nach Mitternacht jene drückende Hitze,die einen nicht schlafen lässt. Du musst damals
noch sehr jung ?- gewesen sein, dass du das alles klaglos ertrugst.......ja, ich wars.-
Jedenfalls waren dann später gewählte Flugreisen nach anderen Ländern und Inseln noch weitaus angenehmer........

Der Gast auf der Donauprinzessin kennt solche Sorgen nicht. Er lebt wie im GRANDHOTEL,unbeschwert. Jetzt lädt eine angenehme Lautsprecherstimme diskret zum Nachmittagstee.Es wird köstliche Backwaren,herrliche Törtchen und frischen Apfelstrudel geben, warm aus dem Ofen. Man bittet in den Salon,das hauseigene Trio wird musizieren.Man darf sogar rauchen ...Mein Glück ist vollkommen. Five oŽclock-Tea war schon immer überall in der grossen Welt der Gipfel gesitteter Geselligkeit. Hier erlebt man den alten Ritus noch einmal vollkommen.Ein Blick nach draussen sagt
mir : wir müssen in WIEN sein. Ich sehe die UNO-CITY mit ihren stolzen Wolkenkratzern vorbeiziehen. Was geschieht eigentlich ?- Es wird die die WELT auf einem Silbertablett mit Tee und Kuchen serviert. Es ist fast wie im Cafe Demel in Wien. Und DU ?--du darfst daran nippen...2. Fortsetzung folgte DAS SCHIFF -- ein MUTTERSYMBOL..........

Weiterempfehlen Drucken Quelle: salzburger engerl

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