EIN himmlisches VERGNÜGEN ...

Symbolbild Donaukreuzfahrt

Um es vorweg zu sagen: sehr viel hatte ich nicht erwartet... Es war im Jahre 2ooo als mir mein Sohn diese Reise schenkte. Er war selbst als Hotel-Manager mit an Bord und so dachte ich, das ist endlich eine Gelegenheit, meinen Sohn im Jahr wenigstens in einer Woche am Schiff --doch öfters zu sehen. Mit einem Schiff von Passau nach Budapest, möglicherweise noch etwas weiter?- Na und dachte ich? Es gibt imponierendere Vorhaben. Bin zwar keine Frau, die andere Abenteuer gewohnt ist.

Außer den früheren, fallweisen Urlaubsreisen, die ich mir noch leisten konnte, als ich noch berufstätig war, meistens auf Inseln, die ich besonders liebe. Sonst war wegen meiner Berufstätigkeit und anderen "gscheckerten " Sachen nicht viel drinnen. Ich zehre noch heute immer wieder an den Fotos, die ich auch in mein Fotoalbum bei Seniorkom.at stellte. Komischerweise ist kein einziges Bild von der
Donaureise am Schiff dabei, das war mein größter Fehler, dass ich da nicht knipste, wie verrückt. Ich dachte damals, na, dieses "Dümpeln " eine Woche lang auf der Donau hinunter, was kann das schon für ein Erlebnis werden?-- Zumal ich ja die beiden Donau- Uferseiten schon von Linz weg mit meinem eigenen Auto erkundet hatte, zur Marillenblüte und per Bus- Ausflugsfahrten mit SeniorenInnen vom Seniorenheim zum
Heurigen.

Eine private Reise auf dem "Balkangrill " sozusagen und dies nur eine Woche, mehr nicht? -Ich war skeptisch. Meinem Sohn gegenüber aber zeigte ich diese Zweifel nicht, sondern helle Begeisterung.-Ich war ihm dankbar, überhaupt aus diesem Alltagstrott in Salzburg- Stadt und Land mal wenigstens für eine Woche entfliehen zu können. Außerdem war ich auch total körperlich und nervlich gestresst, nachdem ich eine Ferienhütte am Berg in 1.1oo m Höhe weiterbauen musste, die "Mann " mir mit allen Widrigkeiten nach Trennung hinterlassen hatte..... Wie heisst es so schön bei allem? -- Einem geschenkten Gaul oder erarbeitetem Pferd schaut man nicht ins
Maul........ Als mich FreundeInnen im Frühjahr 2ooo fragten, was ich denn im Sommer vorhabe an Reisezielen, sagte ich, das Problem beinahe verlegen weglächelnd. Ach, nichts
Aufregendes dieses Jahr!-

Nur so eine Dampferfahrt auf der Donau. Es klang, als wenn eine alte, schmuckbehängte Berlinerin sagen würde, --ach, mal nur so eine Kaffeefahrt auf der Havel, von Tegel bis Wannsee und wieder zurück ,um die Hauptstadt der deutschen Einheit zu begrüßen Mehr ist nicht drin....Jetzt, hinterher, viele Jahre nach dieser "Donau-Reise", muss ich bekennen : diese
Woche auf der DONAUPRINZESSIN war etwas Einmaliges. Vergleichbares habe ich nie erlebt. Es war meine schönste Reisewoche meines Lebens und wird es auch immer bleiben
, die ich meinem Sohn verdanke und allem anderen, was mich so beeindruckte.

Es war eine ganz neue Erfahrung von WELT. Noch heute zehre ich von ihren Eindrücken, Bildern, Erinnerungen. Man sagt dann leicht: TRAUMREISE..... Ist es das?- Der Traum blüht auf der Nachtseite des Lebens und ist flüchtig. Es war aber eher ein buntes Bilderbuch, ein Märchenbuch aus der Kindheit, das auf vielen Seiten von der Herrlichkeit dieser Erde erzählte. Es war eben kein Traum, sondern blanke Wirklichkeit, die doch paradiesisch wirkte. Ich zögere jetzt nicht zu sagen, wenn es so etwas wie ein Paradies auf Erden geben sollte, ungefähr so müsste es beschaffen sein. So wie auf der DONAUPRINZESSIN stellte ich mir damals jedenfalls das Leben im Himmel vor, nur länger natürlich: lebenslänglich, auch billiger, versteht sich. Die Engel musizieren um Gotteslohn, wie man weiß. Ich kann das ganze Projekt jedenfalls dem lieben Gott wärmstens zur
Nachahmung empfehlen. So wie auf der Donauprinzessin wäre sein Himmelreich wirklich erstrebenswert. Ich wäre da gerne drin. Es wäre mein Ort- für immer.

Grosse Worte, Riesensprüche, nichts als lauter Lobreden: WER soll das ernst nehmen? Ich bin in Fortsetzungen bereit, im Folgenden den Beweis für meine Behauptungen als selbst erlebt, anzutreten. Ich bin ja keine Schönrednerin und Rosstäuscherin, sondern vom Horoskop her gesehen, ein Zwilling. Wir Zwillinge sind gründlich, verlässlich, etwas rechthaberisch und neigen ( wie Goethe mit seiner Sammlung von Kristallen und Pflanzen ) zum Sortieren, Sammeln, Beobachten und Analysieren. Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust!- Aber es muss im Kopf stimmen!- Nur was beweisbar ist, kann auch bestehen!
Ich denke jetzt also vehement nach. Ich sammle Bilder, ich gruppiere Erfahrungen, ich wage vorsichtige Schlüsse.
Was war’s denn nun eigentlich?- Woher kam der Zauber dieser Reise?- Ich will das nun -Jahre danach -ergründen. Ich zerlege das Wunder wie einen Kuchen in lauter Einzelstücke.
Mein erstes Stück heißt:

Das REISEN auf FLÜSSEN ... Fortsztzung 1.........

Weiterempfehlen Drucken Quelle: salzburger engerl

1 Kommentar(e)

schutzi schrieb vor 1065 Tag(en) 4 Stunde(n) 23 Minute(n)

Das wäre mal was !

Sehr schön muss es gewesen sein. Dein Bericht erinnerte mich aber trotzdem (!) an unsere Schiffahrt von der Insel Sal nach Fogo und Praia, mehr zu lesen unter:
http://www.geocities.com/bodenteich/Kapverde.htm

….Als es gegen 19 Uhr dunkel und immer kühler wurde, beschlossen wir, mit unseren Habseligkeiten in den großen Wartesaal zu hinunterzugehen. Da dieses Schiff ein wenig älter war als das von der Herfahrt, existierten in den Toiletten weder Klopapierhalter, noch Bürste, noch Spiegel oder Türgriffe.
Im verstopften Waschbecken schwabbelt eine eklig schaumige Masse....
Der Warteraum sieht aus wie ein riesiger Kinosaal aus den 50er Jahren, die Passagiere liegen kreuz und quer und auf dem Boden und sehen mehr oder weniger gelb und grün gefärbt auf den plärrenden Fernseher. In einer Ecke, wo man nicht zum Fernseher schauen kann, sind 4 Plätze gegenüber frei und dazu auch noch ein geöffnetes Bullauge, wo ab und zu ein wenig Wasser hereinspritzt.
Im Hintergrund verstärken sich die Würge- und Spuckgeräusche, umso intensiver je älter die Personen sind..... Ein beißender säuerlicher Geruch beleidigt meine Nase, auch neben mir mißt eine hochschwangere Negermutti ihr Essen nach, es geht alles einfach auf den Boden, ich fühle mit....
Auch autogenes Training : Mir geht es gut! Mir geht es gut! - hilft nicht, es wird mir übel und übler....
Fritz sagt: Laß uns rausgehen! Er geht vor, aber ich nehme einen falschen Weg, kann nicht über Beine und Koffer treten, ohne auf dem verkotzten Boden auszurutschen, die human beeings schlafen oder dämmern dahin, keiner läßt mich durch, - mir wird’s noch schlechter, - endlich erreiche ich die Treppe, alles ist glitschig, - oh Gott, selbst jetzt beim Schreiben wird es mir übel! - die Handleisten, der Fußboden, alles voll mit .... naja, .... ich erreiche die Reling und schwups ! - ist es draußen....
Trotzdem geht es mir nicht gleich besser, ich kann mich nirgends festhalten oder hinsetzen, Fritz hat Angst, daß ich über Bord falle, und stützt mich. -
Wir lehnen uns an die Wand und singen laut in der Dunkelheit Seemannslieder, um genügend Sauerstoff einzuatmen und uns abzulenken. - Plötzlich merkten wir, daß wir an einer Kabinenwand standen, und sahen durchs Fenster drinnen ein schwarzes Murli aufrecht und ängstlich mit aufgerissenen weißen Augen im Bett sitzen.... Er muß uns gefürchtet oder verflucht haben. Sein Fluch lag noch lange auf mir, denn die Zeit wollte und wollte nicht vergehen und ich fühlte mich hundeelend, zumal auch die frische Luft da draußen durch den Ziegengestank von unten vergällt wurde.
Nachdem uns Neptun einen kräftigen Brecher(Wasser!) über die Reling schickte, war Fritzis Oberhemd plitschnaß und wir krabbelten frierend wieder hinunter in die Gerüch(t)e-Küche: In der Tat gewöhnt man sich wohl an alles, auch daran, daß sich ein kleines Mädchen einfach auf einen Kotzeimer setzt und was anderes hineinmacht....
Endlich, endlich um 23 Uhr erreichen wir den Hafen und ich sehe ein Ende der Marterei, aber wir schippern noch 1 ¼ Stunden fast unbeweglich im Hafen herum, weil ein großes weißes Schiff den Platz für uns noch nicht geräumt hat.
Erst danach um 0.15 taumeln wir von Bord und gönnen uns ein Taxi zum Hotel Paraiso, wo wir nun wiederum den zweiten Teil einer Nacht verbrachten, aber trotzdem den vollen Preis bezahlen mußten.

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