Jordanien & Dubai

26.03.2008
Auf den Spuren "Lawrence von Arabien"
"AHLAN WASAHLAN" - herzlich willkommen - auf den Spuren einer
viertausend Jahre alten Geschichte und in der geheimnisvollen Welt
der Scheichs und Emire zwischen Tradition und Moderne. Mit diesem
Slogan warb WINDROSE für die besondere Reisekombination Jordanien
und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Wir waren vom 23.10. - 3.11. 1996 in diesen beiden Ländern
unterwegs, um Kultur, Geschichte sowie Natur kennen zulernen und
wir haben es nicht bereut. Noch dazu ist die Hotelqualität in
beiden Ländern sehr gut. In Jordanien ist dies zum Großteil der
jetzigen Frau König Husseins zu verdanken, die sich sehr für
Gesundheit, Hygiene und den Tourismus einsetzt. Im durch Öl reichen
Scheichtum Dubai gilt sowieso der Grundsatz "größer, höher,
besser".
Von der Temperatur her war die Reisezeit gut gewählt. Will man aber
Jordanien grüner und blühender sehen, dann sollte April/Mai für
eine Reise gewählt werden. Trotzdem war die Fahrt auf der
sogenannten Königsstraße mit der Überwindung des "Wadi Mudschib"
grandios. Sie wird nicht grundlos Jordaniens Grand Canyon genannt.
Hier stürzt die Landschaft unvermittelt in das ca. 400 m tiefe und
4 km breite Tal ab. Wer weiß, wie lange der atemberaubende Blick
noch möglich ist, planen doch die Behörden den Bau eines
Staudammes.
Jordanien mit an die 4 Mio. Einwohner und 92.000 km2 ist nur etwas
größer als Österreich. Hier prallt Tradition und Moderne
aufeinander. König Hussein ist heute der dienstälteste Staatsmann
der Welt und kann den Modernen Staat als sein Lebenswerk
bezeichnen. 1953 wurde er 18-jährig als Enkel des ermordeten König
Abdullahs zum König gekrönt und hat bisher etliche Attentate
überlebt.
Amman, die Hauptstadt Jordaniens blickt auf eine Geschichte bis in
biblische Zeit zurück. Wir sehen uns den Zitadellenhügel an mit
Resten eines des Herkules geweihten Tempels, blicken auf das
Römische Theater mitten in der Stadt hinunter, lernen im Museum
viel von der Geschichte Ammans kennen, besuchen die größte Moschee
dieser Stadt und mischen uns unter das Volk.
Ein großartiges Zeugnis der Vergangenheit ist die antike Stadt
"Jerash" aus dem 2. Jh. v. Chr. zuerst hellenistisch, dann römisch.
Die Blüte der Stadt reichte weit in die byzantinische Zeit hinein.
Unser Spaziergang führt uns vom Forum, zu Theatern, Tempel und
Kirchen bis zu antiken Stadtteilen, wo auf der Straße noch die
Fahrrinnen der Wagenränder auf dem Originalpflaster zu erkennen
sind.
Wir fahren auf guten Straßen und einem guten Bus zu den
Wüstenschlössern "Amra" und "Qasr al Kharana" und kommen dabei in
einen Sandsturm. Für uns kaum vorstellbar, dass es hier einmal
jagdbare Tiere gab und 1800 Pflanzenarten.
In der Festung "Asraq" werden wir mit dem authentischen
Lawrence-Mythos konfrontiert. Wir sehen den Raum über dem Haupttor,
wo "Lawrence von Arabien" erbärmlich frierend jenen Winter von 1917
auf 1918 verbrachte, in dem er sich und seine Beduinen für den
Sturm auf Damaskus rüstete. Der alte Drusenführer erzählte mit
leuchtenden Augen, dass sein Vater die Ehre hatte, den britischen
Oberst höchstpersönlich zu kennen.
Im Wadi Rum hören wir wieder über " Lawrence von Arabien". Von hier
aus hatte er seine arabischen Mitstreiter zum Sturm auf Aqaba
geführt, um die Osmanen zu schlagen. Das Wadi Rum gehört zu den
großartigsten und faszinierendsten Landschaften Jordaniens und
niemand hat die Reize dieser Landschaft mit bis zu 1700 m hohen
dunklen und rötlichen Felsen so poetisch beschrieben wie eben
"Lawrence von Arabien" in seinem Klassiker "Die sieben Säulen der
Weisheit". Schade, dass es für uns nur zu einer kurzen Fahrt mit
offenen Autos ins Wadi Rum gereicht hat.
Aqaba blickt wie Amman auf eine Geschichte bis in biblische Zeit
zurück. Schon König Salomo errichtete hier einen Seestützpunkt und
soll hier die Königin von Saba empfangen haben. Mit dem Ausbau des
Hafens im Jahre 1954 setzte der Aufschwung der Stadt ein, doch die
Vorzüge Aqabas beschränken sich nicht auf wirtschaftliches und
strategisches Gebiet. Seine Bucht, in der auf engstem Raum die
Grenzen von vier Staaten, nämlich Saudi Arabien, Ägypten, Israel
und Jordanien aufeinander stoßen, erfreut sich eines gesegneten
Klimas. Mit dem kristallklaren Wasser und den traumhaft schönen
Korallenriffen gilt Aqaba als eines der schönsten Tauchgebiete der
Welt. Wir fuhren mit einem Glasbodenboot zu den Korallenriffen, um
auch diese Seite der Natur kennen zulernen.
Nicht zu vergessen bei einer Rundreise durch Jordanien sind die
Kreuzfahrerburgen. Für uns war es die Festung "Kerak" aus dem Jahre
1142. Dieses Wunderwerk des Festungsbaues der ansonsten alles
andere als fortschrittlichen Christen hielt über 40 Jahre lang
mehreren Anstürmen muslimischer Heere stand.
Ein wunderschöner Ausblick ins Jordantal, zur Oase Jericho bis nach
Jerusalem bot sich uns vom Legenden umworbenen Berg Nebo. Von
diesem Berg aus soll Moses sein "verheißendes Land" erblickt haben
bevor er starb. Sehr interessant fanden wir das "Palästina-Mosaik"
in Madaba. Es sollte jener Perspektive präsentieren, aus der es
sich einst Moses vom Berg Nebo dargeboten hat.
Der Höhepunkt einer jeden Jordanienreise ist aber wohl die alte
Nabatäerstadt "Petra". Von unserem Hotelfenster aus bot sich uns
ein atemberaubender Blick auf die grandiose Gebirgskulisse des
"Wasi Musa", hinter dem sich "Petra" verbirgt. Wir hatten neun
Stunden Zeit für "Petra" , eine mitreißende Kombination aus
Landschaft und Architektur. 2000 Jahre Kultur mit Tempeln, Theater,
Monumentalgräbern, Opferplatz in 1.035 m Seehöhe mit einem
Rundblick, wie man ihn sich großartiger nicht vorstellen kann. Dies
erkannte auch Steven Spielberg, der hier Teile seines Films
"Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" drehte. Wir konnten
natürlich in neun Stunden nicht alle der 800 archäologischen
Denkmäler besichtigen, erfuhren aber von unserem jordanischen
Führer Moin viel über dieses arabische Nomadenvolk der Nabatäer,
und ihrem Karawanenstaat ohne eigentliche Grenzen, ohne
Steuerpflichten, soziale Unruhen und mit großem diplomatischen
Geschick, militärischen Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Erst
nachdem die Römer die Kontrolle über die Handelsstraßen übernommen
hatten, ging die Stadt unter, die auf dem Höhepunkt mehr als 25.000
Einwohner hatte.
Mit einer Fülle von Eindrücken folgen wir in das Emirat Dubai
weiter, einem Land der Superlative und Kontraste. Hier fliegt z. B.
der Jagdfalke mit seinem Herrn gemeinsam als Flugpassagier. Dubai
ist seit 1971 mit Verband der 7 Vereinigten Arabischen Emirate. Das
feudalistisch ausgerichtete Staatssystem ist gekennzeichnet durch
großzügige Gaben an die Landeskinder, wie z. B. kostenlose
Bereitstellung von Unterkunft, Wasser und Strom. Dubai hat Unmengen
von Gastarbeitern aus aller Herren Länder und das Land baut wie
wahnsinnig. So besitzt Dubai die größte Freihandelszone der Welt,
ebenso den größten künstlich angelegten Hafen der Welt, dreimal so
groß wie benötigt und eine 8-spurige flutlichtbestrahlte Autobahn
nach Abu Dabi.
Wir sehen uns in der Stadt Dubai verschiedene neue und alte
Baustile an, unter anderem die alten, aus Korallen erbauten Häuser
mit Windtürmen, einer Art arabischer Klimaanlage, besuchen ein
Museum und fahren mit dem Wassertaxi auf dem Creek, einem 12 km in
das Land reichenden Meeresarm. Hier liegen dickbauchige Dhaus mit
Zielen wie Bahrain, Bangladesch, Aden, Bombay, Karachi und
Sansibar. Nach einem Bummel durch den Gewürzesouk landen wir beim
übernachten Goldsouk. Ein Platz des zur Schau gestellten Reichtums,
der sich nach Sonnenuntergang erst so richtig füllt, wenn die
arabische Kundschaft klimatisiert vorfährt. Hier wird 18- bis
24-karätiges Gold unabhängig von der Art seiner Verarbeitung pro
Gramm verkauft.
Bei einem Ausflug sehen wir dem Training für Kamelrennen zu. Als
Jockeys werden ausländische Kinder adoptiert, die ab 5 Jahre diese
Rennen bestreiten. Neben der Falkenjagd und Kamelrennen als liebste
Freizeitbeschäftigung der Emire und Sheiks. So soll der Emir von
Dubai über eine Milliarde Dollar in die Pferdezucht investiert
haben mit dem weltgrößten Schwimmbassin für Vollblüter.
Natürlich interessierten wir uns auch für das Umland des 4.000 km2
großen und eigentlich zu über 90% aus Wüste bestehenden Emirates
Dubai mit seinen 850.000 Einwohnern und machen bei einer
Wüstensafari per Landrover mit. Dabei fuhren wir in waghalsiger Art
die oft sehr hohen Dünen auf und ab, beobachteten die untergehende
Sonne und länger werdenden Schatten, genossen ein gutes Abendessen
im Zelt und erfreuten uns an der Vorführung einer
Bauchtänzerin.
Nach einem Busausflug in das größte arabische Emirat Abu Dabi mit
einem Abstecher in das Sultanat Oman verbrachten wir die restliche
Zeit bis zum Rückflug am Strand unseres Hotels, welches eine
traumhaft schöne Gartenanlage und eigenen Hafen für seine Gäste
bot. Sonne und Meer ließen uns so richtig relaxen und die Seele
baumeln zum Ausklang dieser zwei Wochen Rundreise.
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Quelle: Krista B.
5 Kommentar(e)
Ego schrieb vor 785 Tag(en) 3 Stunde(n) 45 Minute(n)
Reisebericht
Gratuliere zu diesen hervorragenden Reisebericht!
Bin selber als Reisebegleiterin unterwegs und kann nur
sagen:BRAVO!!!
Evili schrieb vor 534 Tag(en) 11 Minute(n)
Jordanien
Bin gestern aus Jordanien zurückgekommen. Es war unbeschreiblich schön. Man reist auf so vielen biblischen Spuren.Die Landschaft ist atemberaubend. Im Wadi Rum war eine ganz eigene Stimmung. Auf dem Plateau konnten wir nur still sein und staunen. Auch das Essen bei den Beduinen, in der Erde eingegraben gekocht, war eine Sensation für unsere Gruppe. Ich erwähne nicht die üblichen Ziele, denn die werden überall beschrieben. Aber der Kontakt mit der Bevölkerung, bzw. unser Reiseleiter Valid, war spannend und sehr freundlich und aufschlussreich. Die Hotels entsprechen westl. Standart, die Straßen sind in sehr guten Zustand, man sollte sich von den nahen Kriegen nicht davon abhalten lassen, dieses Land zu besuchen.
Evili schrieb vor 518 Tag(en) 20 Stunde(n) 10 Minute(n)
Jordanien
Bin gerade von einer Studienreise aus Jordanien zurück, Kann nur bestätigen, daß es ein faszinierendes Land ist. Unsere Gruppe war ganz begeistert von der Schönheit und Kultur dieses Landes. Wir hatten auch noch das Glück, einen Reiseführer zu bekommen, der sehr mit Österreich verbunden ist und ein paar Jahre in Klagenfurt gelebt hat.Auch einen Touristenpolizisten hatten wir die ganze Woche dabei. Das Land macht sehr viel, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten, sie leben vom Tourismus. Deshalb müßte der Fremdenverkehr wieder in Schwung kommen, um dem Land die Stellung zwischen Islam und der europäischen Welt zu erhalten.
marietheres schrieb vor 464 Tag(en) 4 Stunde(n) 56 Minute(n)
Jordanien !
Mein Mann und ich waren vom 1. - 8. Februar in Jordanien. Ich
kann deinem Beitrag nur beipflichten. Jordanien ist es
faszinierendes Land.Wir hatten wunderbares Wetter. im Wadi Rum
hatten wir bereits 30 Grad Wärme. Petra war eigentlich der
Höhepunkt der Reise. Ich bin auch auf dem großen Opferplatz
gewesen. Der Ausblick von dort oben ist einfach
unbeschreibbar.
Liebe Grüße, marietheres !










zwilma schrieb vor 788 Tag(en) 23 Stunde(n) 33 Minute(n)
Jordanien
Hallo Krista,
auch ich habe eine sehr schöne und interessante Reise in dieses wunderbare Land gemacht. Besonders (ich war mit einer Freundin unterwegs) die Jeep-Fahrten (2x) in den Wadi-Rum sind ein unvergessliches Erlebnis. Wünsche Dir noch viele tolle Reisen.
Bewundernswert, daß du diese Reiseberichte verfasst. Ich bin ein großer Asien-Fan und habe Länder besucht, in denen noch sehr wenig Fremdenverkehr war, z.b. vor Jahren Burma oder Laos.
Für heute liebe Grüsse zwilma