Ein Profi im Internet erzählt Haustiergeschichten

11.08.2004
"Ich lebe auf dem Lande und geniesse mein Leben. Einen Teil dieses Lebens verbringe ich am PC" - so schreibt Heilgard Prinzinger aus Potzneusiedl.
Heilgard Prinzinger chattet und surft was das Zeug hält. Ihre
Bankgeschäfte erledigt sie ebenfalls online. Ihr Mann muss schon
sehr energisch einschreiten, wenn er einmal den Platz vor dem PC
einnehmen will. Inzwischen hat Heilgard es sogar geschafft, einige
ihrer Bekannten für Computer und Internet zu begeistern.
Eine ihrer größten Leidenschaften nach dem Internet sind wohl ihre
Haustiere. Immer wieder erfreut Heilgard ihre Freunde mit
humorvollen Geschichten von ihnen. Es sind bereits so viele, dass
sie ein Büchlein heraus gebracht hat. Es ist uns eine Ehre, dass
die Pensionistin Seniorkom daran teilhaben lässt. Freuen Sie sich
auf die erste Episode der Prinzinger-Erzählungen, die eigentlich
für Kinder gedacht waren, von den Erwachsenen jedoch geradezu
verschlungen werden:
Den Winter mögen wir alle nicht so recht
Kater Benjamin, Eli und ihr Mann, nennen wir ihn Eliman, wohnen in
einem Haus im Burgenland. Benjamin hat einen Freund, den Hahn Kiki,
der wohnt hoch oben in den Bäumen, die vor dem Haus stehen.
"Den Winter mögen wir alle nicht so recht", meint Benjamin zu Kiki.
Aber eine schöne Seite haben diese kalten Wintertage, kommt doch
dann ein Tag, wir wissen zwar nicht ganz genau, was er bedeuten
soll, aber der ist so schön wie kein anderer im Jahr.
Unser Eliman ist da auch sehr beschäftigt und muß, ob er will oder
nicht, schon zeitig in der Früh in den Garten, um einen Tannenbaum
in so ein komisches Ding zu stellen. Er plagt sich da sehr, weil
der Stamm so dick ist und er muß dann mit Hacke, Beil und Hammer
arbeiten. Das tut er gar nicht gerne, das haben wir schon
herausbekommen. Aber unter großer Anstrengung und gutem Zureden von
Eli schafft er es dann doch und plötzlich steht der Baum, manchmal
ein wenig schief, in dieser komischen Vorrichtung. Er stellt ihn
dann immer vor die Terrassentür und am Nachmittag wird er von Eli
ins Wohnzimmer getragen.
Mitten ins Zimmer stellt sie ihn und gespannt schauen wir zu, was
Eli da macht. Sie kramt im untersten Fach des Kastens und da kommen
Sachen hervor, die sehen wir ein ganzes Jahr nicht. Bunte Kugeln,
Sterne, Zapfen, die allerschönsten Dinge, und die hängt sie dann
auf den Baum. Das geht oft stundenlang und immer wieder fragt sie
Eliman, ob der Baum ihm gefällt, und der brummt dann hinter seiner
Zeitung hervor, daß es schon genug sei und sie aufhören solle,
weitere Dinge auf den Baum zu hängen, sonst fällt er noch um. Ganz
prächtig sieht er aus, finden wir.
Unter den geschmückten Baum legt Eli viele Päckchen , was da wohl
alles drinnen sein mag. Ich weiß das ganz genau: Jeder von uns
bekommt eines. In meinem sind immer ganz tolle Leckereien. Ich bin
ja neugierig, was in den Päckchen von Angie und Junior drinnen sein
wird. Aber die sind ja noch so kleine Dümmerlinge, die werden Eli
natürlich noch den Spruch "Das hat das Christkind gebracht"
glauben. Kiki bekommt immer sein Geschenk draussen auf seinen Baum
gehängt und zwar einen schönen saftigen Maiskolben und an dem hackt
er dann tagelang herum. Auf den freut er sich bestimmt auch schon
sehr.
Noch etwas ist an diesem Tag besonders schön, riecht es doch nach
den allerfeinsten Sachen und sicher werden wir da auch etwas davon
abbekommen. Ganz aufgeregt ist Eli und hektisch hantiert sie in der
Küche. Wieder sieht Benjamin auf die Hündchen, die es sich in ihrem
Körbchen bequem gemacht haben. "Ihr seid zwar allerliebst, aber
große Dummköpfe, wie könnt ihr so gelassen diesem Abend entgegen
schlafen", denkt Benjamin.









