Seniorkom-Hobbyredakteur Hubert Neuhaus

19.12.2004
Heute stellen wir Ihnen einen weiteren Freund von seniorkom.at vor. Herr Neuhaus und seine Frau sind "Reisende". Sie werden uns mit Ihren Berichten aus aller Herren Länder erfreuen. Den Anfang macht ihr Ausflug nach "Christkindl" diesen Oktober.
Herr und Frau Neuhaus sind begeisterte "Globetrotter", die ihre
Reisen stets mit Fotoapparat und Filmkamera festhalten. Sie sind
bereits sehr viel in Europa gereist, waren aber auch schon in
Australien, Neuseeland, Asien und Amerika.
Lesen Sie hier, was das Ehepaar Neuhaus aus dem Ort Christkindl zu
berichten hat:
"Bei sonnigem, aber kalten Wetter führt uns unsere Reise nach
Christkindl bei Steyr in Oberösterreich.
Wir verlassen Wien und erreichen über die Westautobahn Enns, die
älteste Stadt Österreichs, welche am linken Hochufer der Enns
liegt. Hier fließt die Enns in die Donau und man kann hie und da
auch noch Spuren des Hochwassers 2002 erkennen. Im Zentrum befindet
sich der malerische Hauptplatz mit seinen alten Häusern, dem 59 m
hohen Stadtturm und dem alten Rathaus, welches das heutige
Stadtmuseum beherbergt. Eine der ältesten Kirchen ist die
Pfarrkirche St. Marien mit ihrer sehenswerten Wasserkapelle und dem
gotischen Kreuzgang.
Weiter geht es über die Bundesstraße 337 zu einem der reizvollsten
Städte Österreichs, der Stadt Steyr. Die alte Eisenstadt ist heute
ein modernes Industriezentrum und liegt an der Mündung der Steyr in
die Enns. Sehenswert ist der Stadtplatz mit seinem historischen
Ensemble, den fast unversehrt erhaltenen Stilarten wie Gotik,
Renaissance, Barock und Rokoko und zählt zu den schönsten Plätzen
Europas. Das Bummerlhaus ist das Wahrzeichen der Stadt Steyr, es
ist mit seiner reichgegliederten Fassade eines der besterhaltensten
Bürgerhäuser Österreichs. Das Steyr Münster entstand in der
Blütezeit anstelle der früheren romanischen Kirche und ist einen
Besuch alle Mal wert. Am nördlichen Ende des Hauptplatzes führt die
Enge Gasse mit der mittelalterlichen Atmosphäre zur Zwischenbrücke
über die Steyr. Vor der Brücke links geht es zum Schloß und dem
Schloßpark, nach der Brücke erreicht man den Michaeler Platz mit
St. Michael. Die zweitürmige barocke Michaelerkirche besitzt eine
sehenswerte Rokokoeinrichtung mit dem Altarbild des Erzengel
Michael als Sieger über Luzifer. Vom Platz vor der Kirche geht es
nach links zur Pestsäule und weiter über den Taborweg, entlang des
Friedhofes ist der Tabor erreicht.
Drei Kilometer westlich von Steyr erreichen wir den Wallfahrtsort
Christkindl. Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Christkindl entstand
aus der frommen Tat eines einfachen Mannes und durch die Förderung
des Abtes Anselm von Garsten. Seit 1695 pilgern Menschen zum
"gnadenreichen Christkindl im Baum unterm Himmel“, das auch
heute noch das Zentrum der Kirche darstellt. Bei einer Führung wird
uns über Wunder und Heilungen berichtet und wir hören andächtig zu.
Seit 1950 ist es möglich, Weihnachtsgrüße über das angrenzende
Weihnachtspostamt "Christkindl" zu verschicken. Ein Souvenirladen
darf natürlich nicht fehlen, Ansichtskarten mit dem Sonderstempel,
Kerzen, Tücher und vieles mehr kann hier erstanden werden.
Neben der Kirche wurde ein alter Stall zu einem Museum umgebaut.
Hier befindet sich die mechanische Krippe von Karl Klauda, der 1855
bis 1939 gelebt hat. Die Krippe ist eine Rarität der besonderen
Art. Sie besteht aus ca. 300 Figuren, und diese ziehen dank einem
durchdachten System von Zahnrädern, Wellen und Fahrradketten durch
eine reiche biblische Landschaft. Ebenfalls hier befindet sich von
Ferdinand Pöttmesser, der 1895 bis 1977 gelebt hat, die Pöttmesser
Krippe, die mit 778 geschnitzten und bekleideten Figuren auf einer
Fläche von 58 m zu den größten Krippen der Welt zählt.
Neben der Kirche geht ein schmaler Pfad. Über Stufen erreichen wir
das Gasthaus Christkindl. Hier werden wir von der Wirtin mit
duftendem Kaffee und selbstgebackenen Kuchen empfangen.
Als wir das Wirtshaus verlassen weht uns eine kühler Wind um die
Ohren, es ist schon dunkel geworden und das Laub raschelt bei jedem
Schritt und so verlassen wir den Wallfahrtsort Christkindl. Einen
Hauch von feierlich-weihnachtlichem haben wir in Gedanken
mitgenommen, ist es doch bis Weihnachten gar nicht mehr so
fern."
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