Wohin mit den rüstigen Alten ?

Auf diesem Bild spaziert ein Paar.

26.03.2004

Ein Beitrag von unserem Hobby-Redakteur M.H.

Eine Kritik

Der Pensionseintritt.
Ich bin 64. Mit 63 wurde ich um Platz für jugendlichen Nachwuchs zu schaffen pensioniert.
Für mich als agiler und auch erfolgreicher Angestellter in einem Großkonzern "zu jung“.

Auch zu jung, wenn man das zu erwartende Pensionsantrittsalter der Nachfolgegeneration vergleicht.
Zum falschen Zeitpunkt auch unter meinem persönlichen Tatendrang, im Rahmen der Gesellschaft noch nützlich sein, sozusagen noch einen realen Gegenwert für die Pension zu bieten.
Meine Vorstellung, zumindest in einem ehrenamtlichen Bereich qualifizierte und selbstverantwortliche Aufgaben zu finden, gestalteten sich schwieriger als ich je angenommen hatte.

Beschäftigungssuche.

Obwohl im "Jahr der Ehrenamtlichkeit " alle möglichen offiziellen und inoffiziellen Stellen die Bedeutung der Ehrenamtlichkeit in Österreich in verschiedenen Symposien / Tagungen / Artikel u.a. als besonders wichtig und –auch in Verbindung mit der älteren Generation- für förderungswürdig bezeichneten, zeigt mir die Realität ein Bild der Unvollkommenheit.

Ich vermisse (oder konnte sie trotz intensiver Suche nicht finden) jene möglichst straff zentral organisierte Brücke, welche aktive tätigkeitswillige Pensionisten mit sinnvollen und vor allem verantwortlichen Aufgaben zusammenführt.

Ansätze sind vorhanden, führen aber ein bescheidenes Dasein, z.B.

-Seniorenbeauftragte im Rahmen der Stadt- und Bezirksverwaltung.
Deren Schwerpunkte liegen nicht in der bemängelten Richtung.

-Ehrenamtsbörse im Internet mit Angeboten an Hilfsdiensten oder von Institutionen mit deren allgemeinen Zielsetzung man sich identifizieren müsste:
führt meiner Meinung nach einen Dornröschenschlaf, da ich mein Angebot in verschiednen Schwerpunktvarianten mehrmals eingegeben habe und innerhalb
von 1 _ Jahren nicht eine Rückfrage erhalten habe

-Aktion von "Gesundes Österreich“ z.B. gemeinsam mit dem RK (60+). Die Umsetzung durch das RK zeichnete sich dadurch aus, dass man Kurse verkaufen wollte um Pensionisten zu vermitteln, wie man (nach 60 Jahren im Leben !) kommuniziert und seine Vorstellungen umsetzt (Gleichgesinnte für Wanderungen suchen ... ?). In der nach 1 Jahr Projektzeit vorgestellten Projektpräsentation war von (ich glaube 6 Projekten) ein einziges mit gesellschaftlich brauchbaren Hintergrund (Bibliotheksprojekt) zu finden.

-Vermittlungsstellen in karitativen Einrichtungen boten unattraktive / unselbständige Hilfs- und Zurreicherdienste

-Vielleicht mehr ?
Mit den obigen Erfahrungen wurden diesbezügliche Recherchen abgeschlossen und es fällt die eine oder andere sinnvolle Aktivität unter den Tisch (wofür ich mich entschuldigen würde)


Resumee.

Sinnvolle Tätigkeiten brauchen viele Menschen um seinen Selbstwert der Nützlichkeit nicht zu verlieren (ich erlebe jetzt mit wie viel Freude und Engagement "sinnvolle / nützliche“ Tätigkeiten von –nicht nur aber vor allem- Pensionisten ausgeführt werden).
Pensionisten sind nicht –so wie in den Medien gerne dargestellt- nur reiche Pensionsbezieher, sondern Menschen mit menschlichen Bedürfnissen, welche im Berufsleben eine wichtige Rolle gespielt haben und auf die man nicht ohne weiteres verzichten will.

Berufs- und Lebenserfahrung, Einsatzbereitschaft und andere Faktoren eines begehrenswerten Mitarbeiters glaubt man bei über 60-jährigen nicht zu finden. So als wären mit Überschreiten einer Altersmarke alle diese erwähnten Faktoren verloren gegangen.

Die Gesellschaft täte sich selbst etwas Gutes (und ebenso jene Entscheidungsträger welche die nächsten Pensionsgenerationen darstellen) wenn das vorhandene Erfahrungspotential so genutzt würde, dass für die in dieser Richtung willigen Pensionisten ein Lebenssinn erhalten bliebe.
Vielleicht im Sinne der "Aktion Gesundes Österreich“ ?

Weiterempfehlen Drucken Quelle: M.H.

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