MORGENSTIMMUNG

Still und ruhig ist´s im Bergwald
nur ein linder, zarter Hauch
lässt die äste heimlich rauschen.
Still und ruhig schlummern auch
all die vielen tausend Vöglein
die der Herrgott schlafen lasst.
In dem weiten, alten Bergwald
wo ein Platz für jedes Nest
und des Waldes Rauschen tönt gleich
eines Kindes Atemzug.
Das in süßem Schlummer ruhet
in der Mutter sichrer Hut.
Erst als einem jungen Tage
weicht die heimlich dunkle Nacht
und der Himmel herrlich leuchtet
in der Morgensonne Pracht,
Streicht ein frischer, kühler Lufthauch
von den Felsen, die so kahl
oben thronen, frisch hernieder
weckt den Wald und weckt das Tal.
Nochmals geht ein leises Beben
über alle Äste hin,
noch ein tiefes, volles Rauschen.
Doch dann regt im Walde drin,
sich das tausendfältge Leben
Wer da singen, zwitschern, jubilieren kann
tut’s aus vollem, freudgen Herzen,
denn ein neuer Tag bricht an
Weiterempfehlen
Drucken
Quelle: Friedrich 0/Pusch1











