Sie sind keine Schürzenjäger - sondern Jäger mit Schürze
Die "neuen Männer" in der Küche
Frauen kochen, wiel sie müssen. Auch nachdem sie oft den ganzen Tag
im Beruf waren.Für die Kinder,die meistens abends auch erst
nachhause kommen und Hunger haben,oder am Abend auch für den
Partner. Männer kochen,weil sie wollen.Weil sie das Kochen als
HOBBY entdeckt haben - aus Leidenschaft.
Verkehrte Welt oder aus Gründen der Wirtschaftskrise ?- noch nie
haben (manche ) Männer so hingebungsvoll gekocht wie gerade heute.
Und noch nie haben sie soviel Tamtam darum gemacht, wie heute. Wozu
das Ganze? - So viele Köche männlichen Geschlechts hat es überhaupt
noch nie auf Schritt und Tritt gegeben. Immer noch besser als wenn
sie "fremd " in fremde Küchen gehen oder breitbeinig und
gelangweilt abends am Sofa hocken, Bier trinken, Zeitung lesen und
fernsehen und den "müden Mann "markieren...
Männer, deren Beruf "der Koch" ist, werden ja noch akzeptiert, denn
die verstehen" meistens " was von der Materie, aber die Ausführung
ist eben unterschiedlich und nicht Jedermanns-oder Jederfraus
Geschmack. Das Flaschenbier-trinken haben sie sich aber schon in
der Lehrlingszeit angewöhnt und das starke Rauchen...schwitz,
schweiss, tropf.- Die Leibesfülle nimmt zu , aber auch in späteren
Jahren die schweren Krankheiten wie Diabetes, Alkohol- und
Nikontinsucht und noch so allerlei. Die gesundheitlichen und
wirtschaftlichen Schäden und Folgen sind enorm und unterschiedlich.
Keine Frau braucht sich besonders über diese "Hobby-Köche "freuen,
denn die finanziellen Lasten tragen sie dann erst recht im Alltag.
Oder auch nicht mehr, nämlich dann, wenn sie ihm aus Frust über das
ewige nachräumen, nachputzen und teure Lebensmittel einkaufen und
zahlen, vielleicht doch den Koffer vor die Türe stellen und lieber
auf den Hobby-Koch verzichten um endlich wieder in ihrer Küche
allein sein zu "dürfen " und um ihre Ruhe zu haben.
Die "kochenden Schürzenjäger " mit dem gesunden Küchen - Schmäh auf
den Lippen - wie man sie auch fast täglich im Fernsehen erlebt,
können einem schon auf den Geist gehen.Warum? Sie räsonieren über
die Vorzüge von Keramik und Papierstahl bei Küchenmessern, sie
wissen, dass nur ein Perlmuttlöffelchen iranischem Wildkaviar
gerecht wird und statt Autos zum Kühlschrankpreis, kaufen sie
Kühlschränke zum Autopreis.....Wenn MANN zum HERD schreitet, so ist
das ganz grosses Kino.Da wird beim Fleischhacker des Vertrauens
lautstark gut abgehangenes Filet vom argentinischen Rind geordert,
"Aktionspreis-Pakete mariniert und tiefgefroren " mit ganz kurzem
Ablaufdatum ,die nur Haut und Fetzen sind " werden nicht mal eines
entwürdigenden Blickes mehr gewürdigt. Fragen Sie aber nicht,
welche Preise da am Supermarkt-Zettel oder anderswo zusammenkommen,
davon könnte eine ganze Familie zwei Wochen oder noch länger recht
gut ordentlich und gesund leben, aber mit einer anderen
Speisezettel-Zusammenstellung. Hobbyköche bevorzugen hauptsächlich
FLEISCH- in Form von Steaks. Das Gemüse und die Beilagen muss man
am Teller suchen, das ist nicht so ihres....Dafür gibt es
"künstlerische Gebilde " mit Blümchen und grüne Garnituren ,sowie
gläserne Kartoffelchen- der Fantasie sind keine Grenzen mehr
gesetzt. Vom Baumarkt wird der Bunsenbrenner für die Creme brulee
besorgt und vom ŽStar-Winzer der edle Stoff herangekarrt,koste
es, was es wolle. Wenn Männer kochen, wollen sie Kumpels einfach
platt machen. Mütter beeindrucken und Herzen gewinnen. Und sie
wollen sich nachher vor allem nicht um das CHAOS in der Küche
scheren. Berge von Geschirr in der Abwasch oder im
High-Tech-Geschirrspüler, um das und ums Dreck aufwischen und
zusammenräumen können sich ja dann die "weiblichen Hüterinnen des
Herdes " kümmern, denn- sie haben ja auch das Essen genossen ...
der Koch lässt nur , wenn er mit seinen Zaubergerichten fertig ist,
ganz einfach das Hangerl fallen und schreitet stolz wie ein König
aus der Chaos-Küche hinaus und lässt sich nur mehr bewundern. Ah ,
oh und hm ! - Nicht mal den Hauch eines angebrannten Gerichtes ist
zu merken- oder doch ?- Man geht darüber einfach hinweg ..... Der
König will gelobt werden. Wer nun glaubt, dass es sich dabei um
einen noch nie dagewesenen zivilisatorischen Fortschritt handelt,
liegt falsch. Ende des 16. Jahrhunderts schon wurde Kochen als
KUNSTFORM erkannt. Es waren die Männer, die sich "MAITRE " nannten
, die französische Küche (Haut cuisine ) wurde berühmt, ein
französischer Meisterkoch Paul Bocuse ist bis heute unumstritten
und sie durften den Applaus ihrer aristokratischen Kostgänger
huldvollst in Empfang nehmen. Aber in den minder bemittelten, sehr
bürgerlichen Haushalten hingegen waren minder bezahlte Frauen -
z.B. die "böhmischen Köchinnen " mit Leibesfülle und tollen
Gerichten für die Ausspeisung zuständig. Die Wiener Küche hatte
diesen böhmischen und wienerischen Touch - bis heute noch ?-
davongetragen. Aber auch andere Länder haben andere Kochsitten und
ihre einzigartigen, weltberühmten Leibgerichte. Eigentlich hat sich
wenig verändert, Das WEIB erledigte die PFLICHT , der MANN die
KÜR.- In der Küche liebt der Mann die grosse SHOW,er läuft dabei
zur Hochform auf, wenn er ausreichend Publikum hat- wie man es ja
auch im Fernsehen erleben kann.-Von den älteren und erfahrenen
Köchinnen lässt MANN sich überhaupt nichts mehr flüstern, er weiss
alles besser.- Wo hingegen die "jüngeren Frauen " heutzutage im
Zeichen das FAST FOODS vom echten Kochen überhaupt keine Ahnung
manchmal haben.- Noch dazu wenn es in manchen Haushalten ältere
Frauen gibt, die ihre Schwiegertöchter nur Salat waschen lassen und
ihnen überhaupt keine Kochgeheimnisse preisgeben.....denn die
Töchter und Schwiegertöchter könnten es ja dann- aber nur bei
Interesse - eventuell noch besser machen.- Der Hobbykoch des 21.
Jahrhunderts ,der sich sozusagen "entwickelte " -ist eine recht
neue Erscheinung. In den vergangenen 15 - 2o Jahren ist er
unbemerkt in den angestammten Habitat von Müttern , Grossmüttern
und Hausfrauen eingesickert ,verdrängt sie aber nur dann auch ihrem
Revier, wenn ihm selber danach zumute ist. Und er ausreichend
Publikum hat. Der neue Mann in der Küche ist zwischen 3o - 4o Jahre
alt und hat schon lieber als Kind Karotten geschnippselt , als
Schrauben gedreht, wenn man ihn liess. Während die gleichaltrige
postemzopatorische Frau Küchendienst als verabscheuungswürdigen
Rückfall in patriarchalische Strukturen sieht und diesen immer
öfters verweigert, erkennt der kluge Mann seine Chance. Wie oft
hört man die Frauen jeglichen Alters sagen, ach hätte ich doch
einen KOCH zum Mann, die Küche geht mir auf die Nerven.- Denn
anbrattechnisch kommt nichts so gut an wie die richtige TECHNIK am
Herd mit allen Schikanen.-Die modernen Küchengeräte sind natürlich
die "technischen Helferlein "-soferne man mit ihnen umgehen kann.-
Die Verhältnisse in Zahlen : 95 % der Frauen bis 29 Jahre !erwarten
von ihren Männern Kochkünste !- Umgekehrt trauen sich nur mehr 58 %
der gleichaltrigen Männer, von ihren Holden mehr als ein
Frühstücksei einzufordern. Uijeh !- KOCHEN ist bereits eine
Generationsfrage geworden .- Über 6o-jährige Männer gehen davon
aus, dass die Frau an ihrer Seite kochen überhaupt kann !.- Die
LIEBE geht eben doch durch den Magen - und über die Geldtasche
...
Nur ein Viertel der österreichischen Männer über 6o Jahre kocht.
Laut Umfrage haben 45 % der Frauen und 8o % der Männer überhaupt
keine Freude am Kochen. Sie sehen kulinarische Tätigkeiten als
lästige Arbeit an, vor der es sich zu drücken gilt.Immerhin noch 10
% der Männer kochen "leidenschaftlich gerne " mit deutlich höheren
Werten unter der jüngeren Generation. Kochen und die anschliessende
Nahrungsaufnahme sind längst keine Bedürfnisbefriedigung mehr. Sie
sind bereits Kulturtechniken wie das komponieren eines Musikstückes
geworden, oder das Verfassen einer Ballade im jambischen Versmaß.
Hobbyköche sind "ausschweifend,exzentrisch, detailverliebt und
angeberisch "- mit praktischem Teil von wegen der Geräte und der
damit verbundenen Kenntnisse und einer Sammelleidenschaft. So wie
früher im Hobbykeller eines Einfamilienhauses ......das Gerümpel
bleibt letztendlich immer den Frauen über zum wegräumen. Männer
haben ein " technisches Interesse "- nun in der heutigen Küchenwelt
kann man dieses "ausleben " mit Beschreibungen in zig-Sprachen,
einschliesslich chinesisch , die nicht mal ein MANN mehr verstehen
kann- oder doch? Wie schärft man ein Santoku-Messeer ?- wieviel Bar
schafft meine Espressomaschine ?-wie viel Kilowattstunden hat die
grosse Flamme am Gasherd ?- Gas ist überhaupt das um und auf in der
Gastronomie-Küche- Energie-sparen - beim Spar-Budget !-
Familienfreundliches Kochen als Männerhobby soll besser sein als
Fussball - oder Mountain-biken...wer widerlegt das ?- Der Mann
schliesst sich für Stunden in der Küche ein- raunzt nur mehr seine
Töpfe und Pfannen an, womöglich noch mit seinen Kindern - und die
Frau geht einstweilen ins Kaffeehaus .......um Kraft zu tanken für
den Nachhinein- Reinigungsdienst als " untergeordnete
Haushaltshilfe "- ----Die Wunder-Gerichte werden dann vom Hobbykoch
serviert und gemeinsam um 12.oo h mittags ? oder abends um 19.oo h
gegessen- oer auch garnicht, da nicht gut geraten. Nach
vollbrachter Kochgroßtat entspannt sich der MEISTER vor dem
Fernseher- mit mehreren Flaschen Bier und schaut eine Kochsendung-
wie kanns denn auch anders sein --Tipps und Tricks muss man sich ja
schliesslich holen, denn von selber kommt rein garnichts.Die FRAU
zu frage, das käme einem sicher nie in den Sinn .....das würde zu
weit unter seiner Würde sein. Die Frage, was zuerst da war, die
neue kulinarische Lebensfreude - solange das GELD
dazu reicht, oder die Invasion der Fernsehköche gleicht ein wenig
der Henne-Ei-Problematik. Immerhin lassen sich bereits drei Viertel
der Zuseher vom Gesehenen inspirieren,ach ja, KOCHBÜCHER gibts ja
auch jede Menge.......
Die Sprache der Fernsehköche zu ihren Taten und zur Schau der
komponierten und gezeigten Gerichte gipfeln immer in den gleichen
Worten- " ein Wahnsinn- ein
Hammer- da schauts her- iss was Gscheites- etc. etc.-" Wahre
Schlachten zwischen mehreren Personen werden da geliefert. Die
Berufsköche, die sich "ein, zwei , drei oder mehr Hauben " bereits
erkocht haben, müssen jedes Jahr um diese Hauben wieder aufs Neue
kämpfen, denn es kommen immer wieder neue Köche aus Leidenschaft
nach, mit noch grösseren und internationalen Ideen.
Jedes Land hat so seine Kochsitten! und die Gourmets der "alten
Schule !- Die Hobbyköche "arbeiten " meistens bei Grillpartys im
Garten und auf der Terrasse und im "stillen Küchenkämmerlein " aber
mit SHOW-EFFEKTEN !. nach aussen.- Sie kochen eben anders.
Einem asiatischen Koch in seinem Land und anderswo jedoch sollte
man unbedingt nur vertrauen,---- doch es ist bei einem "giftigen
Kugelfisch " auch schon mal schief
gegangen........Mahlzeit !- Zahlreiche Männer-Kochkurse bezeugen,
dass Klischees oft die Wahrheit sind. Na, gar kein Hobby sollen sie
haben, die armen MÄNNER im Zeitalter der Gleichberechtigung ?-
Wünsche allen einen guten Apetitt !
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Quelle: Erna Mayer
2 Kommentar(e)
SalzburgerEngerl schrieb vor 464 Tag(en) 8 Stunde(n) 11 Minute(n)
Kochsendungen .....
Liebe Amicelli - ja, die Kochsendung im FS.-von Alex und Andy
zweimal am Tag bleiben uns leider erhalten - dank
Billa-Werbung.-
Wenn sie wenigstens Gerichte machen würden, die uns "Küchenfrauen "
auch ansprechen und nicht so viel Arbeit und ZEIT bereiten.
Ausserdem muss man ja da schon beim einkaufen viel Geld dafür
ausgeben -was heute nicht mehr alle haben........
Ein paar Tips kann man ja davon gebrauchen,
Das ist ja schon mehr eine lustige Spaß-Sendung mit den deftigen
Ausdrücken von Andy und Alex geworden, der eine auf wienerisch und
der andere auf tirolerisch.-
Was solls- wir "alten Küchenfeen " wissen was los ist rund um den
Herd und es hat Jahrzehnte lang unseren Lieben auch immer
geschmeckt. Gell ?-
Viele jüngere Frauen lassen ja heutzutage die Männer
kochen......weil sie ja auch lieber Karriere machen
müssen.......
Auch Haubenköche können manches verpatzen.-
Vielleicht fällt mir bald wieder einmal ein lustiger Artikel ein,
danke für Dein Lob.-
Lb. Gruss !












Amicelli schrieb vor 609 Tag(en) 7 Stunde(n) 52 Minute(n)
Ach Erna..
selten so einen guten, humorvollen, treffenden Bericht über die unnötigen Kochsendungen und deren Männer gelesen! Danke!
Übrigens, mein Mann kocht nicht, schaut aber liebend gern diese unmöglichen Sendungen an, wo dem einen sogar der Bart ins Essen hängt! Weiter so! Ich bin begeistert!
Amicelli