Das Ersatz-Weltwunder: der PHAROS von ALEXANDRIEN.

Leuchtturm von Pharos

Wie von der ersten zur zweiten Weltwunder-Liste sich dieGewichte verschoben haben, für die verfallenden Mauern der Weltstadt BABYLON ,die damals neueste Sehenswürdigkeit, der großartige LEUCHTTURM auf der INSEL PHAROS vor ALEXANDRIA eintrat, das wurde bereits beschrieben.

ALERXANDRIA ist eine Gründung des GROSSEN ALEXANDERs, wohl das würdigste und dauerhafteste Denkmal, das er der Nachwelt hinterlassen hat, ein Denkmal, das seinen Namen trägt. ALEXANDER sollte, das war der Wille des jungen Königs, die glanzvollste Stadt der Hellenistischen Welt werden, nach einem Wort DROYSENS - "die Heimat der aus Orient und Okzident zusammenströmenden Weltbildung und Weltliteratur ".-

Alexander hat die Umrisse der Stadt, ihr Straßennetz und ihre Plätze, in den Sand des Nildeltas skizziert. Sein Leben verlief zu schnell, zu kometenhaft, als dass er hätte verfolgen können, wie aus dem vom Wind und von der Flut rasch gelöschten Entwurf die Realität einer Großstadt wurde. Diese Realität war stark genug, um über zweieinhalb Jahrtausende hinweg zu bestehen :
ALEXANDRIA , der Welthafen unserer Zeit !.-

Wir sind dem Kometen Alexander, diesem "mit glänzenden Gaben ausgestatteten Liebling der Götter " (Peter BAMM) wiederholt begegnet: er stand im Schatten der Pyramiden, er genoss die Sehenswürdigkeiten von Babylon, er erbot sich, die Kosten für den Wiederaufbau des Artemis -Tempels zu tragen, er betrieb die Fertigstellung des Mausoleums zu Halikarnassos, er erwies dem Zeus des
Phidias zu Olympia seine Reverenz. Alexander der Große hat keine der Weltsehenswürdigkeiten seiner Zeit ausgelassen.

Im pomphaften Leichenzug, auf kostbar geschmücktem Wagen sollte Alexander in seine Stadt an der Mündung des Nils zurückkehren. Er wurde dort in einem gläsernen Sarg
beigesetzt. Kaiser AUGUSTUS, unter dessen Regierung die Geburt JESUS CHRISTUS registriert wurde, hat Alexander noch im Glassarg gesehen. Er hat die Schönheit seiner Gesichtszüge bewundern können; so sorgfältig war der Leichnam einbalsamiert.

PTOLEMAIOS, ein General des Alexander, wurde nach dessen Tod KÖNIG von ÄGYPTEN. Er hat Alexander ein glanzvolles Grabmal errichten lassen. Es ist verschollen.Man
vermutet es unter der Moschee, die nach der Eroberung Ägyptens durch die Araber dem Propheten DANIEL erbaut worden ist. Unter dem gleichen Ptolemaios wurde 299 v. Chr, auf einer kleinen,dem Nildelta vorgelagerten Insel,die durch einen Damm mit dem Festland verbunden war, der Bau des berühmten Leuchtturmes begonnen. 20 Jahre
später,nach seiner Fertigstellung unter dem Sohn des Alexander-Generals , PTOLEMAIOS II. nahm man den "PHAROS von ALEXANDRIA " in die Reihe der SIEBEN WELTWUNDER auf.

Die Basis, von der aus der Turm sich erhob, war ein Quadrat 3o auf 3o Meter. Das erste, sich etwas verjüngende Geschoß endete mit einem Umgang. TRITONEN hielten nach den vier Himmelsrichtungen hin Ausschau. Zurückgesetzt strebte ein zweites Stockwerk empor; das hatte die Form eines achteckigen Prismas. Darauf saß ein kleines zylindrisches drittes Geschoß. Es war gekrönt von einer Bronzestatue des vergöttlichten Königs Ptolemaios I.

Man hat die Höhe des sehr schlank erscheinenden Turms auf 113 Meter errechnet. Der Pharos von Alexandrien erreichte somit die Höhe unserer Dome. Er galt als ein technisches Wunder, ein Meisterwerk der Baukunst, als der großartige Blickpunkt im östlichen Mittelmeer, strahlend genug, die Riesenmauern von Babylon auszustechen. DIODOROS von SARDES rühmt den Turm, indem er ihn sprechen lässt: " Pharos bin ich, ein Turm auf dem Felsen im Meer.Ich heiße so wie die Insel und bin des schirmenden Hafens Symbol. " Der mit Wasserdurchlässen versehende Damm, der zur Insel hinausführte, war das Werk eines berühmten Baumeisters, des DEXIPHANES von KNIDOS. SOSTRATA von KNIDOS, der Architekt des Turms, war der Sohn des Dexiphanes. Der Turm sollte den Seglern bei Tag und Nacht als Richtpunkt dienen. Die Hafenmole hatte sich vor der flachen Küste Ägyptens kaum abgehoben; sie war nunmehr leichter zu finden. Wie POSEIDIPPOS - zur Einweihung - wahrscheinlich 279 v. Chr. es niederschrieb:
""Darum zeigt sich bei Tag nun aus weiter Ferne der Turm schon / Welcher gerade und steil ragt in den Äther hinauf / Doch auch der Schiffer, der in der Nacht fährt auf den Wogen des Meeres/ Kann an der Turmspitze sehen, mächtig ein Feuer in Glut ".

Der Leuchtturm von Alexandria überdauerte die Dynastie der PTOLEMÄER, die rund 3oo Jahre lang blühte und mit KLEOPATRA endete. KLEOPATRA VII. ist als die Frau, die
CÄSAR und MARC ANTONIUS zu bestricken vermochte, in das Gedächtnis der Nachwelt eingegangen. Mit den Waffen der Frau hat sie zu verhindern gesucht, dass ÄGYPTEN
schließlich nur mehr eine unter den vielen Provinzen ROMS sein würde. Als sie ihr Spiel verloren und sich selbst als Gefangene in einem römischen Triumphzug figurieren
sah, drückte sie, ihr Leben endend, eine Giftschlange an die Brust.

Der Pharos von Alexandria stand, als das Römische Weltreich bereits verfallen war, noch immer. Im 14. Jahrhundert nach Christus erst fällt das Erdbeben den Leuchtturm. Heute ist nichts mehr von ihm erhalten. Die Bewunderung, die dem zeitlich LETZTEN WELTWUNDER des Altertums zuteil geworden ist, klingt - wenn auch nur in einem Wort nach :
"Leuchtturm heißt im Französischen - le phare ".

Fehlt noch das Nachwort, "DAS WELTWUNDER HEUTE und MORGEN":

Der Überlegung wert ist die Frage, ob in unserem 2o Jahrhundert Bau- oder Kunstwerke geschaffen wurden, die wie die Pyramiden den Rang eines WELTWUNDERS für sich
beanspruchen können.

Man wird sie wohl im REICH der TECHNIK suchen müssen.
Wo gipfelt unser technisches Zeitalter in einem auf seine Art einzigartiges WERK? Es müsste etwas sein,was über Vergleichbares weit hinausragt,zugleich etwas,was auch
in nächster ZUKUNFT nicht mehr erreicht oder gar überboten werden kann. Eben das kann man sich schwer vorstellen.

Vielleicht wird der MONDBAHNHOF auf KAP KENNEDY als WELTWUNDER des 2o .JAHRHUNDERTS gelten. Aber besitzen die RUSSEN nicht vergleichbare Anlagen? Und: Wird man die Starttürme von heute nicht eines Tages kurzerhand abreißen, um Größere an ihre Stelle zu setzen?
Werden nicht Fahrten zu den NACHBARPLANETEN vorbereitet? Wie werden die WELTRAUMBAHNHÖFE von MORGEN aussehen ?

Man hat die STERNWARTE auf dem MOUNT PALOMAR bei LOS ANGELES als WELTWUNDER gerühmt. Von dort sieht man ZWEI MILLIARDEN LICHTJAHRE tief in den STERNENRAUM! Die Luftunruhe ist es, die der Reichweite von Fernrohren die Grenze setzt. Vielleicht wird man auch in ZUKUNFT von unserer ERDE aus mit keinem optischen Teleskop "weiter sehen " können.

Dann wäre die STERNWARTE von PALOMAR das großartige Endbauwerk der ASTRONOMIE seit GALILEI, (die Welt ist keine Scheibe, sie ist eine Kugel ...) einer Wissenschaft, die eines Tages über STATIONEN auf dem LUFTUMHÜLLENDEN MOND verfügen wird. Oder wird das nun eben fertig gestellte höchste, architektonische Bauwerk, der WUNDERTURM in DUBAI mit 82o ! Meter Höhe allem anderen den Rang ablaufen?- Werden diese dann WELTWUNDER des 21. JAHRHUNDERTS ein?-

Immer wieder wird man Menschenwerke an den PYRAMIDEN messen. Doch wer vermöchte zu sagen, ob eines der NEUEN WELTWUNDER seinen Rang in der
Erinnerung der Menschen so lang - zwei, drei, vier Jahrtausende - wird verteidigen können, wie die WELTWUNDER des ALTERTUMS ?-

Weiterempfehlen Drucken Quelle: Erna Mayer-Hobby-Redakteurin.

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