Diabetes

UNIV.-PROF. DR. BERNHARD LUDVIK, Sprecher der Diabetes Initiative Österreich

In Österreich gibt es laut aktuellen Studien bereits 600.000 Diabetikerinnen und Diabetiker. Lesen Sie, warum diese Krankheit so unterschätzt wird.

"Diabetes ist heute vor allem auch eine lebensstilbedingte Erkrankung, die nicht geheilt werden kann“
UNIV.-PROF. DR. BERNHARD LUDVIK
Sprecher der Diabetes Initiative Österreich



Wie sehr Diabetes von den Österreicherinnen und Österreichern unterschätzt wird, zeigen die Zahlen aus der jüngsten Diabetes-Studie: Während 51 % der Befragten Angst davor haben, irgendwann in ihrem Leben an Krebs zu erkranken, und 41 % der Befragten Angst davor haben, einmal an Gefäßerkrankungen zu leiden, befürchten nur 30 % aller Befragten, an Diabetes zu erkranken. Auffällig ist, dass Diabetes in weiten Teilen der Bevölkerung kein Thema ist; so geben mit 62 % fast zwei Drittel aller Befragten an, dass sie niemals Angst davor hätten, an Diabetes zu erkranken. Das ist deshalb so bemerkenswert, weil 29 % aller Befragten jemanden im Familienumfeld haben, der bereits an Diabetes erkrankt ist; in den meisten Fällen sogar ein Elternteil.

RISIKOGRUPPEN UND FOLGEN.
Vor allem zwei gesundheitliche "Sünden“ der Gegenwart sind die Hauptursache für das vermehrte Auftreten von Diabetes: jahrelange falsche Ernährung und ein eklatanter Mangel an Bewegung.
Tückisch: Meist zieht das eine das andere mit der Zeit nach sich – ein Teufelskreis, der in den meisten Fällen geradewegs in die Erkrankung führt.
Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die nicht geheilt werden kann. – Das wissen die wenigsten. Was viele auch nicht wissen: Es sind die Folgeerkrankungen von Diabetes, die das große Leid bei Patienten und Angehörigen verursachen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Nieren- oder auch Augenerkrankungen. Bei ausreichender Aufklärung und geeigneter Vorbeugung, bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie von Diabetes könnten diese Erkrankungen verhindert werden.

32 % SIND ARZTMUFFEL.
Besorgniserregend: 32 % aller Diabetiker sehen ihren Arzt nur unregelmäßig, obwohl es in (fast) allen Bundesländern Diabetes-Programme geben würde. Ziel der Diabetes-Initiative ist es daher, diese Programme unter Patienten und Angehörigen weiter zu propagieren.
Kurios: 50 % der Gesunden ohne Diabetes-Risikoprofil befürchten, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes zu erkranken. Gleichzeitig ist sich ein Drittel der mittleren und hohen Risikogruppe sicher, in den nächsten zehn Jahren nicht an Diabetes zu erkranken.

INFORMATION VERSTÄRKEN.
"Wir benötigen unbedingt Information in guter Qualität, müssen die richtigen Menschen damit erreichen und müssen die Informationsmaterialien mit hoher Verfügbarkeit bereitstellen.Denn für Ärzte ist es im Alltag nicht immer einfach, Menschen Information einfach und laiengerecht verständlich zugänglich zu machen. Wir müssen hier ein Angebot für die Ärzte schaffen.
Genauso müssen wir uns aber bemühen, die noch gesunden Menschen, die in ein Risikoprofil fallen, frühzeitig zu einer Umstellung ihres Lebensstils zu bewegen“, umreißt Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, der Sprecher der Diabetes Initiative Österreich, deren Aufgaben.

Diabetes Initiative:
Tel.: 01/80 1 85-1110 Dw.
www. diabetesinitiative.at

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1 Kommentar(e)

tonia schrieb vor 627 Tag(en) 2 Stunde(n) 53 Minute(n)

pumpenträger

meine frage: gibt es einen informations-austausch für insulin-pumpenträger?
dann bitte tonia kontaktieren. danke

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