Erst ins Bett gehen, wenn man müde ist

Was tun, wenn man abends nicht einschlafen kann oder nachts plötzlich hellwach ist? "Chronischer Schlafmangel ist ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko“, warnt Ulrich Koehler, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Universitätsklinik Gießen und Marburg. Experten schätzen, dass etwa 20 Prozent der Menschen in Deutschland und Österreich an Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten leiden.
Während des Schlafs schüttet der Körper Wachstumshormone aus,
die auch für Erwachsene wichtig sind. "Sie sorgen dafür, dass sich
das Gewebe regeneriert, und stärken das Immunsystem“, sagt
Koehler. Bei Menschen mit Schlafstörungen steigt zudem der Anteil
des Stresshormons Cortisol im Blut. Das kann zu
Konzentrationsschwächen und Gereiztheit und langfristig sogar zu
Störungen der Schilddrüsenfunktion, Übergewicht, hohem Blutdruck,
Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes
führen.
Eine wichtige Grundregel lautet: Man sollte erst dann ins Bett
gehen, wenn man sich müde und entspannt fühlt. Wer nach 20
Minuten im Bett hingegen das Gefühl hat, nicht einschlafen zu
können, sollte wieder aufstehen, um gedanklich und körperlich zur
Ruhe zu kommen.
Dabei sorgen größere Mengen Alkohol nicht für besseren Schlaf
– im Gegenteil! Sinnvoller ist vielmehr, entspannende Musik
zu hören oder ein gutes Buch zu lesen – allerdings nicht im
Bett. Drei bis vier Stunden vor dem zu Bett gehen sollte man
körperliche Anstrengungen vermeiden. Auch das Arbeiten oder Lernen
für Schule und Studium ist spätestens eine Stunde vorher zu
beenden.
Darüber hinaus empfehlen Schlafforscher, sämtliche Uhren aus dem
nächtlichen Blickfeld zu entfernen. Der Grund: Jeder Blick auf den
Wecker aktiviert unnötig die Gehirnzellen und verursacht Stress.
"Wer von Anfang an etwas tut, kann verhindern, dass akute
Schlafprobleme chronisch werden“, erklärt Andrea Rodenbeck,
wissenschaftliche Leiterin des Schlaflabors der Physiologie an der
Berliner Charité
Zu einer guten Nacht zählt auch der nächste Morgen. Der Rat der
Wissenschaftler: Nach dem Aufwachen möglichst schnell viel
Tageslicht ins Zimmer lassen. Helligkeit stößt das Pendel der
körpereigenen Uhr auf "Aktivität“, sodass es am Ende des
Tages zurück auf "Ruhe“ schwingen kann. Auch ein paar
Schritte nach draußen an die frische Luft bringen den Körper in
Gang, ebenso ein gutes Frühstück.
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Quelle: Reader’s Digest, cal












