Das lange, teure Leiden vermeiden

V. l.: a. o. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Sprecher der Diabetes Initiative Österreich und Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG), Astrid Eßl, Studienautorin von GfK HealthCare Austria, Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) und Vorsitzender des Österreichischen Seniorenrates, und Dr. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik der Wirtschaftskammer Österreich

Aktuelle Studie: Schon 600.000 Diabetikerinnen und Diabetiker in Österreich

Die neu gegründete "Diabetes Initiative Österreich“ (DIÖ) veröffentlichte kürzlich die erste umfassende Bevölkerungsstudie zum Thema Dia­betes in Österreich. Das wichtigste Ergebnis: Rund 600.000 Menschen in Österreich leben mit Diabetes, das sind 20 Prozent mehr als bisher angenommen. Dramatisch: 170.000 davon sind betroffen, ohne noch die Diagnose erhalten zu haben, weil Diabetes oft erst nach Auftreten einer Folgeerkrankung entdeckt wird. Neben dem immunologisch bedingten Typ-1-Diabetes gehört die überwiegende Mehrzahl der Diabetiker zur Gruppe der so genannten "Altersdiabetiker“.

"Diabetes ist heute vor allem eine lebensstilbedingte Erkrankung, die durch eine Summe von Faktoren verursacht wird“, so DIÖ-Sprecher Prof. Dr. Bernhard Ludvik. "Vor allem jahrelange falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sind die Hauptursachen für Diabetes – für eine Krankheit, die nicht geheilt werden kann. Diabetes ist aber heute gut therapierbar und kann bei frühzeitigen Gegenmaßnahmen verhindert werden.“

Erkennen, vorbeugen, handeln.Zusammenfassend lassen sich aus der aktuellen Studie drei klare Arbeitsaufträge ableiten, wie Dr. Ludvik betont: "Erstens: eine umfassende Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung für Diabetes, die Ursachen und die Konsequenzen. Zweitens: ein Schwerpunkt in Sachen Vorsorge, insbesondere im Hinblick auf den Lebensstil. Drittens: die Etablierung moderner Therapiestandards – einheitlich und flächendeckend in ganz Österreich.“

Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbandes Österreich (PVÖ) weiß: "Diabetes ist ein Thema, das vor allem ältere Menschen betrifft. Sie sind in Österreich die größte von Diabetes unmittelbar betroffene Gruppe. Es ist uns ein besonderes Anliegen, auf die Notwendigkeit einer optimalen medizinischen und pflegerischen Betreuung von älteren Diabetikerinnen und Diabetikern hinzuweisen. – Wir hoffen, dass diese Initiative ihren Beitrag dazu leisten kann.“

Wie notwendig das ist, erklärt ­Studienautorin Astrid Eßl: "Wir haben 430.000 diagnostizierte Diabetiker in Österreich, von denen wir wissen, dass 32 Prozent nicht optimal betreut werden, obwohl es in (fast) allen Bundesländern Diabetes-Programme geben würde.“

Weitere Informationen über die -Diabetes Initiative Österreich erhalten Sie unter www.diabetesinitiative.at oder unter Tel.: 01/80 1 85-1110 Dw.

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