Wie werde ich 100?

In Okinawa leben mehr Hundertjährige als an irgendeinem anderen Ort auf der Welt. Guide 50 plus ging dem Phänomen des "Clubs der 100-Jährigen“ auf den Grund. Und findet eine Antwort auch in Wien.
Gesund und munter auch noch mit 100 Jahren? In einer
Gesellschaft, die demografisch gesehen in den nächsten Jahrzehnten
zum Großteil eine ältere Bevölkerungsstruktur aufweisen wird, ist
die Frage nach einem gesunden und selbstbestimmten Lebensabend
immer brisanter. Schon seit Jahrzehnten richtet sich der Blick der
Forscher auf eine Inselgruppe in Japan. Okinawa hat weltweit
gesehen die höchste Anzahl an 100-jährigen Bewohnern. Besitzt
dieser "Club der 100-Jährigen“ gar eine Zauberformel für
ewiges Leben? Magie ist jedenfalls nicht im Spiel.
Das Phänomen Okinawa
Erst kürzlich entdeckten Forscher des Health Research Institute auf
Hawaii das Gen FOXO3A, das Einfluss auf die Erreichung eines hohen
Lebensalters nimmt. Doch es bleibt
unser Lebensstil, der bestimmt, ob wir geistig und körperlich
gesund 100 werden. In Okinawa sehen viele um etliche Jahre jünger
aus und Herzattacken, Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs treten
nur ein Viertel so häufig auf wie in anderen Industriestaaten. Es
sind fünf simple "Lebensgeheimnisse“, die für die
Langlebigkeit der jungen Alten aus dem Land der aufgehenden Sonne
verantwortlich sind.
Es ist richtig: Du bist, was du isst …
"Hara hachibu“ bedeutet: "Fülle deinen Magen nur zu acht von
zehn Teilen.“ Ein leichte Unterversorgung des Körpers mit
Kalorien hält uns in Schwung und erhöht die Regenerationsfähigkeit
des Organismus. Bei den glücklichen Supersenioren Okinawas stehen
außerdem Nahrungsmittel mit geringer Kaloriendichte auf dem
täglichen Speiseplan: reichlich dunkelgrünes Gemüse – ein
Vitamin- und Mineralstoff-Wundermittel ist die Bittergurke Goya
–, Obst, viel Tofu und Fisch. Fettreiches wird sparsam und
seltener genossen oder so lange zubereitet, bis sich
die Fette "ausgekocht“ haben. Ausgeprägt ist die Vorliebe für
Nahrungsmittel, denen auch Heilkraft nachgesagt werden – sie
sind selbstverständlicher Teil der täglichen
Mahlzeiten.
Eine Aufgabe haben – ein Leben lang
"Mit nichts aufhören,“ hat uns einmal ein weit über
90-jähriger junger Alter schmunzelnd aus Österreich verraten
– und kletterte am nächsten Tag auf den Apfelbaum. Auf
Okinawa grenzt man ältere Menschen nicht
aus dem Arbeitsprozess aus: Da engagiert der 90-jährige
Marktstandbesitzer eine 102-jährige Verkäuferin, weil es gut fürs
Geschäft ist. Ganz selbstverständlich. Denn eine
"Verkaufs-Oma“ am Stand zieht gleich entsprechende Kunden aus
der Altersklasse an. Auf Japans Insel versteht niemand, warum man
sich mit 60 oder 65 Jahren schon in Pension begeben soll. Und wenn
der Ruhestand unausweichlich ist, gibt es genug Aufgaben in der
Nachbarschaft, Familie oder einfach Gartenarbeit – denn
es
braucht einen Grund, um jeden Morgen fröhlich aufzustehen zu
können.
Zusammenhalten in der Gemeinschaft
Den alten Okinawern ist die Wichtigkeit sozialen Kontakts
vollkommen bewusst. Fröhlich kommt man hier in die Jahre, denn das
Pflegen des Netzwerks aus Familie, Freunden und Nachbarn trägt
wesentlich dazu bei, dass man hier glücklich und gesund bleibt. Die
in Industriestaaten viel gepriesene Lebenseinstellung
des Hedonismus und fast schon neurotisch gepflegten Individualismus
ist diesen Superalten sehr oft fremd. Die Gemeinschaft ist wichtig,
die gegenseitige Unterstützung. Sind die Jungen aus manchen Dörfern
weggezogen, helfen und unterstützen sich die regen Alten
gegenseitig. Wer allein sein möchte, zieht sich zurück, doch vor
sozialer Vereinsamung muss sich hier niemand fürchten. Um möglichst
lange selbständig im eigenen Heim bleiben zu
können, schaut man aufeinander – und hilft sich einfach
gegenseitig.
Wer rastet, rostet ...
Der Strom des Lebens darf niemals unterbrochen werden. Nichts tun,
herumsitzen, Couchpotatoes? Ein grauenhafter Gedanke für die
Menschen auf Okinawa, Bewegung und körperliche Aktivität gehören
zum Alltag. Es ist ihnen ein Bedürfnis sich zu bewegen. Sport macht
man bis zum Ende seines Lebens. Mit Freude. Es gibt kaum einen
Bewohner,
der nicht Kampfkünste wie Karate oder traditionelle Tänze ausübt.
Auffallend ist auch ein Aspekt der traditionellen Wohnkultur: Hier
kennt man keine Sessel! Es wird auf dem Boden oder auf niedrigen
Hockern Platz genommen – auch das fördert die Beweglichkeit
der Okinawer.
An etwas glauben
Auf der Insel haben die Menschen eine starke Verbindung zu ihrer
Religion, die von "der wohlwollenden Natur der Ahnen“ geprägt
und versöhnlich-freundlich ist, kein "Rachegott“ bestimmt die
Spiritualität. Vor allem Frauen wenden sich – nachdem die
Kinder das Haus verlassen haben – vermehrt der Ausübung
kultischer Handlungen zu. Interessant in diesem Zusammenhang ist,
dass Frauen auf Okinawa Wechselbeschwerden nicht kennen. Nur Frauen
können nach Ansicht der Bevölkerung mit den Ahnen reden,
und je älter die Menschen sind, umso direkter ist ihr "Draht in den
Himmel“ - geschätzt von der Bevölkerung.
Wenn Okinawa in Wien ist …
Doch blicken wir zurück aus dem Osten nach Österreich, nach Wien.
Ist das Geheimnis der jungen Alten nur den Japanern vorbehalten?
Vom Gegenteil überzeugt uns die rüstige Elisabeth L. Sie ist
letztes Jahr 100 Jahre alt geworden. Noch immer nimmt sie an den
zahlreichen Aktivitäten des Pensionisten-Wohnhauses, in dem sie
lebt, teil. Unternehmungslust und Neugierde sind Elisabeths
Geheimnis, die trotz einiger schicksalhafter Tiefen, die ihre
Lebensgeschichte prägten, mit unerschütterlichem "Goldenen
Humor“ gesegnet ist. Schon als junge Frau
zeichnete sie ein großer Bewegungsdrang aus, und ihr
Aktivitätenkatalog der letzten Jahre lässt darauf schließen, dass
sich nichts geändert hat: Reisen nach Dubai, Ballonfahrt, mit einer
Cessna über die Zugspitze, Motordrachen testen und Flüge mit einem
Doppeldeckerflugzeug und Glaskuppelhubschrauber. Wahrer
Abenteuergeist, der nie enden wird. Und zum 100. Geburtstag legte
Elisabeth gleich eine flotte Sohle auf
das Parkett. Da musste es dann aber schon ein Walzer mit dem
Bürgermeister Wiens selbst sein …
Buchtipp: "So werden Sie 100: Das Geheimnis von
Okinawa“ von Ulla Rahn-Huber; mvg-verlag 2009,
EUR 19,90
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Quelle: Guide 50 plus/mgö
Bildergalerie:
10 Kommentar(e)
Urmel schrieb vor 760 Tag(en) 8 Stunde(n) 51 Minute(n)
100 Jahre ?!
Nein danke, wen es sein sollte kann ich leider nichts dagegen machen. Aber ich schließ mich der meinung an das ich nicht so alt werden möchte. Ich seh das bei manchen Menschen die noch gar nicht so alt sind und sich mit Mühe durchs Leben schleppen und eigentlich gar nicht mehr wollen. Aber so ist halt das leben.
lewis schrieb vor 760 Tag(en) 5 Stunde(n) 45 Minute(n)
100jahre
was sind hundert jahre, nur worte, GESUNDHEIT bis zum ende, das ist es was ich will.
evaki schrieb vor 760 Tag(en) 5 Stunde(n) 28 Minute(n)
Die Frau aus Okinawa
schaut aber nicht krank oder grantig aus.
Heute habe ich auch im Radio gehört, dass die Frau, die Anne Franks
Familie geholfen hat und auch das Tagebuch gerettet hat, knapp vor
ihrem 101. Geburtsag gestorben ist.
Es kommt halt drauf an, wie man alt wird, wenn man alt wird.
gams17 schrieb vor 759 Tag(en) 13 Stunde(n) 13 Minute(n)
Das weiß man nicht,
ob die Frau in Okinawa nicht womöglich blind oder taub etc. ist.
Sie lächeln doch alle dort.
Wenn ich Heesters anschau, will ich nicht so alt werden. Es ist oft
nur Schein und der der trügt.
Vielleicht gibt es Ausnahmen, dass Menschen wirklich gesund so alt
werden, ich kenne keine und würde gerne, wenn man es aussuchen
könnte, auf Jahre mit Schmerzen verzichten.
elisamaria schrieb vor 754 Tag(en) 11 Stunde(n) 15 Minute(n)
100 jahre
ich finde es traurig, dass viele menschen mit hohem alter nur unerträgliches verbinden - und offenbar völlig überlesen, dass die hundertjährigen in okinawa selbst viel zu ihrem wohlbefinden und ihrer freude beitragen. können wir doch auch, oder????? und lächeln tut erwiesenermassen allen menschen gut, sogar wenn es nur aufgesetzt ist.
Jessy schrieb vor 743 Tag(en) 5 Stunde(n) 33 Minute(n)
100 Jahre alt werden?
Warum nicht?
Wenn ich nicht krank und hinfällig bin!
Mit 50 kann ich leicht sagen, ich möchte keine 70 werden!
Wenn ich aber 68 bin?
Motlau schrieb vor 672 Tag(en) 6 Stunde(n) 40 Minute(n)
Wie werd ich 100
Aber natürlich würde ich gerne 100 und älter werden, allerdiungs nur dann, wenn ich geistig wie körperlich dabeisein könnte...!
ipuenktchen schrieb vor 659 Tag(en) 11 Stunde(n) 7 Minute(n)
1oo werden???
bin auch der meinung, dass das *wie* wichtig ist!!! und das darf
einem nicht erst mit 65 einfallen, sondern man muss sein leben lang
daran arbeiten.. fuer jeden sind dabei andere dinge wichtig.
gesundheit natuerlich vorausgesetzt!!!!!!! und sicherlich faellt es
gemeinsam leichter, wie auf okinawa.. als allein in einer wohnung,
wo den ganzen tag vllt niemand klingelt und man nicht rausgehen
mag..
ich HOFFE............















Amicelli schrieb vor 760 Tag(en) 13 Stunde(n) 49 Minute(n)
100 ? furchtbar!!
Ich möchte keine 100 Jahre alt werden, nicht mal 70 ! Krankheiten und Siechtum bedeutet das meistens bei uns hier, Nein danke!