Woody Allen & New Orleans Jazz Band

"Sex ist nur schmutzig, wenn er nicht richtig gemacht wird." Was Woody Allen über die beliebteste Nebensache der Welt formulierte, gilt so gar nicht für eine andere seiner Lieblingsbeschäftigungen, den Jazz. Seit seinem 15. Lebensjahr beatmet der 1935 als Allen Stewart Königsberg geborene ehemalige Stand-Up-Comedian und Filmemacher die Klarinette. Der Musikfanatiker entlieh sich sogar seinen Bühnennamen im geliebten Jazzgenre. "Woody" heißt er wegen seiner Leidenschaft für die Musik des Herman Woodrow Charles, besser bekannt als Woody Herman.
In den gleichermaßen Gemüts aufhellenden wie niederschmetternden
Filmen des dreifachen Grammy Gewinners lodern die Flammen des
frühen Jazz. Tommy Dorsey und Erroll Garner, Al Jolson und Frank
Sinatra sind da zu hören, aber auch obskure Künstler wie Bunny
Berigan oder Carmen Cavallaro. Allen ist ein musikalischer
Connaisseur, der gar nicht so versteckt missionieren will. Seine
beliebten Filme sind perfekte Kommunikationswerkzeuge hierfür. Mal
entzücken sie mit Carmen Mirandas unvergleichlicher Stimme, dann
verzaubern sie wieder dem "Flight Of The Bumblebee" des Harry James
Orchestra.
Entschleunigung des zeitgenössischen Geistes ist Woody Allen zu
wenig, er möchte den Pfeil der Zeit vollends umkehren. Unvergessen
sein berührendes Portrait des von Sean Penn gespielten Jazzmusikers
Emmet Ray, des ewig zweitbesten Gitarristen hinter Django Reinhardt
in "Sweet and Lowdown", das auch filmisch der Improvisationsformel
des Jazz huldigt. Das alles genügt dem umtriebigen Brooklyner
nicht. Er ist seit vielen Jahren Mitglied von The Eddy Davis New
Orleans Band, geigt mit ihr jeden Montag im New Yorker Carlyle auf.
Manchmal geht er auch auf Europa-Tournee um eine Musik zu
zelebrieren, "die einst auf Paraden, in Bordellen und auf
Picknicks" (Allen in einer seiner Bühnenansagen) gespielt
wurde.
"Wild Man Blues" nannte sich nicht nur ein von Barbara Kopple
gedrehter Dokumentarfilm über Woody Allens eine Europatour, die ihn
von seinen fixen Gewohnheiten separierte, sondern auch ein
aufwühlendes CD-Opus, das klingt wie aus der goldenen Zeit des
Jazz. Es dominieren Emotion, Simplizität und fast rein
philosophisch gemeinte Ansinnen wie "Tie Me To Your Apron Strings
Again". Im Sinne der saftig-erotischen Konnotationen des frühen
Jazz weiß der verschmitzte Klarinettist, dass Jazz nur dann
authentisch ist, wenn er mit dem rechten Schmuddelfaktor gespielt
wird. In diesem Sinne lässt er Jazz-Akademismus und Notengeprotze
sein und geht vollends in melodiensatter Sinnlichkeit auf. Ein
bisschen Schmutz ist da schon dabei.
Wann:
24.03.2010, 20 Uhr
Wo:
Stadthalle/Halle F
Vogelweidplatz 14
1150 Wien
Weitere Informationen:
www.stadthalle.com
Karten telefonisch erhältlich unter: 01/79 999 79 oder per
E-Mail unter service@stadthalle.com
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Quelle: lps











nassersepperl schrieb vor 161 Tag(en) 19 Stunde(n) 58 Minute(n)
wudi ellen
Bledsinn