3 x 2 Karten für "Die Fremde" im Votiv Kino Wien!

Nur wenige Einstellungen genügen Regisseurin Feo Aladag, die Geschichte zu etablieren und den Konflikt, der den Film durchzieht, zu umreißen: Die junge Türkin Umay ist des gewalttätigen Ehemanns überdrüssig und beschließt, mit ihrem kleinen Sohn Cem ein neues, selbstbestimmtes Leben zu beginnen. Vom tristen Vorort Istanbuls führt der Weg der beiden nach Berlin, wo Umay bei ihrer Familie eine vorübergehende Bleibe und Verständnis für ihre Entscheidung zu finden hofft. Schmerzlich muss sie erkennen, dass ihre Familie nicht dazu fähig scheint, die traditionellen Konventionen über Bord zu werfen und an der Herausforderung zu zerbrechen droht.
Als der Vater und Umays älterer Bruder Mehmet beschließen, Cem
in die Türkei zurückzuschicken und so den Ruf der Familie wieder
herzustellen, flieht Umay in ein Frauenhaus. Beharrlich (und mit
Erfolg) kämpft sie für ihre Unabhängigkeit und für die Sicherheit
ihres Sohnes und wird dabei von ihrer besten Freundin Atife, ihrer
Chefin und ihrem Arbeitskollegen Stipe, in den sie sich verliebt,
unterstützt. Ebenso beharrlich versucht sie aber auch, die
Verbindung zur Familie aufrecht zu erhalten und erkennt nicht, dass
es dafür bereits zu spät ist. Die Katastrophe nimmt ihren
Lauf.
Sechs Jahre lang recherchierte die in Wien geborene Schauspielerin,
Drehbuchautorin und Regisseurin Feo Aladag das Thema
"Ehrverbrechen", darunter den Aufsehen erregenden Fall der 2005 in
Berlin ermordeten Hatun Sürücü, deren Tod in Deutschland eine
Debatte über Zwangsehen und Wertvorstellungen von in
Deutschland lebenden muslimischen Familien auslöste. DIE
FREMDE ist jedoch keine Aufarbeitung dieses Falles, sondern der
filmisch äußerst geglückte Versuch, sich den komplexen
Mechanismen, die im Fall von Ehrverbrechen ausgelöst werden,
behutsam und vor allem frei von Klischees zu nähern. Aus mehreren
Fallgeschichten destillierte die Regisseurin einen Grundkonflikt zu
einer emotionalen, authentischen und universellen
Geschichte, ohne einzelne Figuren moralisch zu
verurteilen.
Datum: 23.3.
Ort: Votiv Kino
www.votivkino.at
Quelle: Votivkino
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