Aus für Roaming-Gebühren: Die EU lässt grüßen!

EU + Roaming

Ab 15. Juni kosten die Urlaubs­grüße, die man über sein Handy den Lieben zu ­Hause per Telefonat übermittelt, nicht mehr als ein Gespräch innerhalb Österreichs. Ein Verdienst der EU. Deshalb: Dieser große Kosten-Vorteil gilt auch (fast) nur in den EU-Ländern.

Fast zehn Jahre hat es gedauert, jetzt aber ist es fix: Nach jährlichen Gebührensenkungen gehören ab 15. Juni 2017 Roaming-Gebühren innerhalb der EU-Länder (in der Karte dunkelblau dargestellt) und in den EWR-Ländern Island, Liechtenstein und Norwegen (hellblau) der Vergangenheit an. Damit zahlen Sie für ein Gespräch mit Ihrem Handy im Urlaubsland – in den meisten Fällen – gleich viel wie für ein Gespräch zu Hause. Und die bisher verrechnete "Passiv-Gebühr“ für bei Ihnen ankommende Telefonate entfällt zur Gänze.

Achtung: Gilt nicht überall!
Die "klassischen“ Urlaubsländer ­Italien, Kroatien, Griechenland und Spanien (inkl. der Kanarischen Inseln), aber auch Frankreich, (noch!) England und die skandinavischen Länder laden somit zum sorgenfreien Telefonieren ein. Aber: Ebenfalls gerne bereiste Staaten wie die Türkei, die Schweiz und die Länder am mittleren und südlichen Balkan (Serbien, Montenegro, Bosnien & Herzegowina, Albanien, Makedonien) sind von der neuen Regelung nicht betroffen, da sie nicht zur EU zählen. Hier können Handy-Gespräche nach wie vor ins Geld gehen! Über die jeweils gültigen Roaming-Tarife in diesen Ländern erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Anbieter. Vorsicht also in grenznahen Gebieten: Sind Sie zum Beispiel in Liechtenstein, achten Sie darauf, dass Ihr Handy nicht im Schweizer Netz ist; das kostet unnötig.

Verschiedene Berechnungsarten
Wie viel Sie ab 15. Juni ein Gespräch zum Beispiel in Italien kostet, hängt von Ihrem Tarifmodell ab. Einfach ist es bei Verträgen, die Pakete inkludieren: Haben Sie zum Beispiel monatlich 1.000 Freiminuten, so gelten diese in Zukunft auch in Italien. Analog dazu gilt die gleiche Regelung für freie SMS. Für Minuten, die über Ihr Frei-Kontingent hinausgehen, wird auch in Italien jener Preis verrechnet, der Ihnen für die Minute innerhalb Österreichs verrechnet wird.

Etwas komplizierter ist es bei Verträgen ohne Kontingent bzw. bei sogenannten "Wertkarten-Handys“: Hier kann Ihnen der Netzbetreiber fürs Telefonieren in Italien (um bei unserem Beispiel zu bleiben) jenen Tarif verrechnen, der innerhalb Österreichs für das Telefonieren (oder "SMSen“) in ein anderes als das eigene Netz zur Anwendung kommt. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem Netzanbieter, wie hoch dieser Tarif ist.

Achtung: Bitte nicht verwechseln!
Von Roaming spricht man nur, wenn Sie mit Ihrem Handy (mit der SIM-Karte eines österreichischen Anbieters) im Ausland telefonieren. Wenn Sie mit Ihrem Handy (österr. SIM) von Österreich aus ins Ausland telefonieren, ist das ein Auslandsgespräch und unterliegt somit den jeweiligen Tarifen Ihres Anbieters. Ebenso ist jedes Telefonat, das Sie von Ihrem Festnetz zu Hause in ein anderes Land führen, ein Auslands­gespräch, das den Tarifbestimmungen Ihres Anbieters unterliegt.

Im Juni: die neuen Bestimmungen zum Daten-Roaming!

Weiterempfehlen Drucken Quelle: UG Mai 2017; Karte: Wikipedia/Alexrk2

1 Kommentar(e)

nassersepperl, 26.04.2017 17:06

Raumgebühren

Da hat uns die EU wieder ein Ei gelegt. Diese Abschaffung dient wieder einmal den Reichen und der Wirtschaft. Jene Menschen die berufsbedingt viel im Ausland unterwegs sind (Hohe Manager, Politiker, Generaldirektoren von Konzernen usw.) ersparen sich und der Firma die hohen Telefonkosten die da naturgemäß anfallen.
Einen normalen Urlauber habe diese Raumgebühren doch kaum betroffen. Früher als es noch kein Handtelefon gab, hat man auch vom Hotel aus angerufen und das hat halt was gekostet. Wenn ich 1000€ und mehr für einen Urlaub im Ausland ausgebe, so werden mich die 30 oder 40 € Telefonspesen kaum tangieren oder? muß man sich halt ein bissl zurückhalten mit dem Reden.
Telefonieren ist derzeit so günstig wie noch nie und mit dem Wegfall der Raumgebühren nimmt man den Mobiltelefongesellschaften eine wesentliche Einnahme. Was tun die daher, die Gebühren insgesamt erhöhen sich, eh kloa, von was müssen die auch leben und wir kleinen Leute finanzieren somit die Großen wieder einmal mit.
So läuft es doch immer in dieser EU, wir das Volk haben seit diesem Beitritt nichts davon. Leider habe ich damals auch für den Beitritt gestimmt, jetzt bin ich klüger geworden.

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