Innere Uhr verändert Immunsystem

21.02.2012
Die Tageszeit könnte eine wichtige Rolle dabei spielen, wie hoch das Risiko einer Infektion ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Yale University School of Medicine. Das Team um Erol Fikrig hat nachgewiesen, wie ein Protein des Immunsystems während des Tages durch Veränderungen der Körperchemie beeinflusst wird.
Die in Immunity veröffentlichten Forschungsergebnisse zeigen,
das der Zeitpunkt einer Infektion ihre Schwere verändert. Akhilesh
Reddy von der University of Cambridge betont, dass Medikamente
in Zukunft wahrscheinlich von den Veränderungen der inneren Uhr
profitieren werden.
Zirkadianer Rhythmus wichtig
Pflanzen, Tiere und sogar Bakterien durchlaufen innerhalb von 24
Stunden den sogenannten zirkadianen Rhythmus. Zu einem Jet-Lag
kommt es zum Beispiel dann, wenn der Körper nach einer
Überschreitung der Zeitzonen mit seiner Umwelt nicht mehr synchron
ist. Es war bereits bekannt, dass sich das Immunsystem während des
Tages verändert. Die Forschung konzentriert sich jetzt immer mehr
auf die Ursachen dafür. Das Immunsystem muss eine Infektion
erkennen, bevor es sich daran machen kann, sie zu bekämpfen. Für
die aktuelle Studie untersuchten die Wissenschaftler mit TLR9 eines
der Proteine, die bei diesem Vorgang eine Rolle spielen. TLR9 kann
die DNA von Bakterien und Viren erkennen.
Höhere Anfälligkeit für Pathogene
In Experimenten mit Mäusen wiesen die Forscher nach, dass die
Menge des Proteins und seine Funktion durch die innere Uhr
kontrolliert werden und während des Tagesverlaufes
verschieden sind. Eine Immunisierung am höchsten Punkt der
Aktivität von TLR9 verbesserte die Immunreaktion. Bei einer
Blutvergiftung sei das Sterberisiko laut den Wissenschaftlern zum
Beispiel zwischen zwei und sechs Uhr größer. Tests mit Mäusen haben
gezeigt, dass die Schwere der Sepsis von der Tageszeit abhing, an
der sie einsetzte und den Veränderungen der Aktivität von TLR9
entsprach. Laut Fikrig wurde ein direkter molekularer Zusammenhang
zwischen dem zirkadianen Rhythmus und dem Immunsystem nachgewiesen.
Diese Ergebnisse könnten wichtige Implikationen für die
Prävention und Behandlung von Krankheiten haben. Laut dem
Wissenschaftler scheinen Störungen des zirkadianen Rhythmus die
Anfälligkeit des Menschen für Pathogene zu beeinflussen.
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Quelle: pte; Foto: pixelio.de/K. Brückner, www.pixelio.de
4 Kommentar(e)
risoe, 21.02.2012 18:38
wenn wir die Zeit nicht hätten...
und die Wissenschaft die uns immer wieder einredet, was
einen
dann die Nachkommenden wieder ausreden. So wird einem eine
dumme Frage, oder halt auch eine Antwort, so nach dem letzten
Lüften, gerade mal eine Gähnen entlocken können. Und dasselbe
am Morgen, könnte schon wieder eine Magenverstimmung
auslösen. So lassen wir einfach beiseite, was uns die da
einreden
wollen und bleiben einfach in Stimmung. Dann spielt die Zeit
auch keine Rolle. Wir versöhnen uns mit dem Relativen und mit
Einstein der uns noch immer die Zunge zeigt.













rusalka, 21.02.2012 09:33
infektionen
darum, meine damen und herren,
nie vergessen, erst auf die uhr schauen und mit ihrem immunsystem kommunizieren, wenn sie die absicht haben sich eine infektion zuzuziehen.
die höchstrisikozeit liegt zwischen zwei und sechs? ich nehme an, dass damit die frühen morgenstunden gemeint sind, ist für den großteil der menschen schlafenszeit, sonst wäre schon die ganze menschheit infiziert.
womit eigentlich? ahja, das ist ohnehin schon geschehen. :-))